Dass es sich um eine Schlüsselstelle im Schweizer Gesundheitswesen handelt, formuliert das BAG schon im ersten Satz des Stelleninserates aus: «Der Direktionsbereich Kranken- und Unfallversicherung (KUV) steht im Scheinwerferlicht der schweizerischen Gesundheits- und Sozialpolitik».
Und dieser Direktionsbereich sucht einen neuen Chef: Oliver Peters, der derzeit verantwortliche Vizedirektor, wechselt Anfang nächsten Jahres zurück CHUV in Lausanne. Nach gut drei Jahren beim BAG wird Peters beim Uni- und Kantonsspital des Waadtlandes stellvertretender Generaldirektor.
«Vizedirektorin/ Vizedirektor und Leiterin/ Leiter für den Direktionsbereich Kranken- und Unfallversicherung und Mitglied der Geschäftsleitung»: Zum Stelleninserat des BAGZu den Aufgaben, welche in der Ausschreibung besonders betont werden, gehört die Weiterentwicklung des Kranken- und Unfallversicherungsrechts, die Aufsicht über die Versicherer sowie die Definition des Pflichtleistungskatalogs; ferner die Umsetzung gemeinsamer gesundheitspolitischer Ziele und Projekte mit anderen Bereichen des BAG; sowie die Führung des Bereiches in personeller und organisatorischer Hinsicht.
Neben einem Hochschulabschluss «in einer geeigneten Fachrichtung» benötigt der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Oliver Peters «gute Kenntnisse über die politischen Institutionen in der Schweiz», so der Anforderungskatalog.
Es folgen: Leistungsausweis im Gesundheitsbereich und Erfahrung im KUV-Bereich; Urteilsfähigkeit und Sozialkompetenz; Lösungsorientierung «im Umgang mit Behörden, verschiedenen Interessensgruppen und den Medien».
Politische Erfahrung dürfte von Vorteil sein
Natürlich spiegeln sich hier vor allem die formalen Anforderungen, denn klar ist: Das Amt, um das es hier geht, ist ein hochpolitisches und dürfte auch nach entsprechenden Kriterien vergeben werden.
Zum Vergleich: Oliver Peters hatte vor seinem Antritt beim BAG im September 2013 als Finanz- und Betriebschef des CHUV gearbeitet, wobei er unter anderem mit der Einführung von SwissDRG betraut war. Von 2005 bis 2007 begleitete er als persönlicher Mitarbeiter des Gesundheitsvorstehers Pierre-Yves Maillard (SP) strategische Projekte im Kanton Waadt, etwa die Revision der Spitalfinanzierung, die Reorganisation der Sozialhilfe oder die Planung eines interkantonalen Spitals in Rennaz.
Zuvor war Peters in leitenden Positionen unter anderem bei der Bank Coop, bei der Gewerkschaft Bau und Industrie GBI sowie bei Helvetia Unfall in Zürich und bei Prodata in Winterthur tätig gewesen.