Der Kanton Basel-Stadt soll künftig einen flächendeckenden Dolmetschdienst im Gesundheitswesen bereitstellen.
Wie die «
Basellandschaftliche Zeitung bz» schreibt, hat der Grosse Rat eine entsprechende
Motion mit 53 zu 41 Stimmen überwiesen und die Regierung damit verpflichtet, ein Finanzierungsmodell zu erarbeiten.
Heute existieren standardisierte Dolmetschangebote nur in einzelnen grossen Institutionen wie dem Universitätskinderspital beider Basel (UKBB). Besonders im ambulanten Bereich – etwa bei Hausärzten oder in der Psychotherapie – bestehen laut Motionärin Amina Trevisan (SP) grosse Lücken. Häufig würden weiterhin Angehörige oder andere Laien als Übersetzer eingesetzt.
Die Regierung hatte sich gegen die verbindliche Motion ausgesprochen und lediglich einen weniger verpflichtenden Prüfauftrag vorgeschlagen. Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Mitte) verwies auf technische Alternativen wie Übersetzungs-Apps und warnte vor Erwartungen, die der Kanton nicht erfüllen könne.
«Unnötig und zu teuer»
Der Entscheid war politisch umstritten. Bürgerliche Parteien kritisierten das Vorhaben als unnötig oder zu teuer und verwiesen auf Fortschritte bei KI-gestützter Übersetzung sowie die Verantwortung der Patientinnen und Patienten, eine Landessprache zu beherrschen. Befürworter betonten dagegen die Bedeutung professioneller Dolmetschleistungen für Behandlungsqualität, Patientensicherheit und Datenschutz.
Mit der Annahme der Motion muss die Basler Regierung nun konkrete Schritte für ein kantonales Dolmetschangebot im Gesundheitswesen ausarbeiten.