Hirslanden-Klinik Belair ist gerettet!

Die Schaffhauser Klinik Belair wird nun doch nicht geschlossen. Die Hirslanden-Gruppe verkauft die Klinik an Swiss Medical Network (SMN).

, 30. August 2019 um 05:30
image
Hirslanden und Swiss Medical Network (SMN) einigen sich über den Verkauf der Klinik Belair in Schaffhausen. Die beiden Privatklinikgruppen haben eine Vereinbarung zur Übernahme der Klinik getroffen. 
Damit wird die Schaffhauser Klinik Belair per 1. Oktober 2019 in das von Antoine Hubert geführte Swiss Medical Network eingegliedert, wie die beiden Spitalgruppen am Freitag mitteilen. Ab Mitte nächster Woche sollen weitere Details zur Übernahme folgen. 

Arbeitsplätze gesichert

Durch die Übernahme werden laut der Mitteilung «die Nachhaltigkeit und die Entwicklung der stark lokal und regional verwurzelten Klinik gewährleistet und damit rund 120 Arbeitsplätze gesichert.» Die Klinik soll demnach zusammen mit ihren Mitarbeitern und Ärzten für die Bevölkerung von Schaffhausen «stabil weitergeführt werden».
Ursächlich für den Verkauf der Klinik Belair war für Hirslanden unter anderem deren fehlende direkte Anbindung an ein anderes Spital, wie es heisst. Dies könne von Swiss Medical Network in engster Zusammenarbeit mit Ärzten ermöglicht werden.

Antoine Hubert warf Rettungsring

Die Spitalgruppe Hirslanden teilte anfangs Juli mit, die Westschweizer Privatklinik-Kette sei am Kauf der Klinik Belair interessiert. Dies nachdem SMN bereits öffentlich beabsichtigte, «Gespräche zur Auslotung von Alternativen» aufzunehmen.
Vor drei Monaten hatte die grösste Schweizer Spitalgruppe bekannt gegeben, das Management prüfe die Schliessung der Schaffhauser Klinik mit 28 Betten und 120 Mitarbeitenden. Es wurde zudem bereits ein Verfahren zur Konsultation der Arbeitnehmenden eingeleitet. 

SMN will Netzwerk erweitern

Die Klinikgruppe SMN hat bekanntlich das Ziel, ihr Netzwerk auf 20 bis 25 Kliniken in einer Mehrheit der Kantone zu erweitern. Aktuell sind es 18 Kliniken in 12 Kantonen – sowie die Ärztezentren in Zürich und Solothurn. Wie es mit der Klinik Belair nun konkret weitergeht, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Swiss Medical Network einer kriselnden Klinik zu Hilfe eilt. Im vergangenen Sommer hatte die Aevis-Tochter die St. Galler Klinik St. Georg während einem Konsultationsverfahren übernehmen wollen. So weit ist es aber dann doch nicht gekommen: Die Klinik verlor ihren Leistungsauftrag und musste den Betrieb schliesslich einstellen. 
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

image

Interprofessionelle Visiten auf dem Prüfstand

Die Visiten werden geschätzt, aber nicht alle Beteiligten sind gleich zufrieden. Vor allem die Pflege bemängelt ihre Einbindung und sichtet Verbesserungs-Chancen. Dies zeigt eine Umfrage in Schweizer Spitälern.

image

Sparprogramme reichen nicht: Das Spitaljahr im Check

Kooperationen, weniger Angebote, effizientere Abläufe, Schliessungen, Nullrunden bei den Löhnen: Die öffentlichen Akutspitäler haben viel getan, um die Finanznot zu bekämpfen. Fazit: So geht es trotzdem nicht weiter.

image

Spitäler 2025 und 2026: Bessere Margen – aber grosse Tarif-Fragezeichen

Die Finanzchefs der Schweizer Spitäler erwarten fürs Erste eine etwas bessere Rentabilität. Zugleich sorgt das neue Tarifsystem für Unsicherheit. Die Erwartungen reichen von Mehreinnahmen bis zu spürbaren Einbussen.

image

Obwalden: Aufnahmestopp in 22 von 25 Praxen

In Obwalden und Schaffhausen lancieren Politiker neue Vorstösse, um die medizinische Grundversorgung zu retten. Im Fokus stehen Notfalldienste, Gruppenpraxen – und die Nachwuchsförderung.

image

Spitalhygiene: Geschlechtsneutrale WCs bergen ein Risiko

In schottischen Krankenhäusern wurden Damen-, Herren- und Unisex-Toiletten auf Keime geprüft. Heraus kamen drastische Unterschiede.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.