Patienten wollen mehr mitreden – und gründen Dachorganisation

Ein neuer Verein soll Patienten und Patientinnen mehr an der Entwicklung des Gesundheitswesens beteiligen. Die Schweiz hinke nach, heisst es bei Swiss PPIE Network.

, 26. November 2025 um 11:09
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Teilnehmer am ersten Schweizer Symposium zur Patienten- und Öffentlichkeitsbeteiligung. | Swiss PPIE Network
«Das Gesundheitswesen muss von den Menschen mitgestaltet werden, denen es dient»: Das sagt die Präsidentin des neuen Vereins Swiss PPIE Network, Cristiana Sessa.
PPIE – «Patient and Public Involvement and Engagement» oder auf deutsch: der Einbezug von Patienten und Öffentlichkeit – kommt aus dem englischsprachigen Raum und beschreibt die bewusste, respektvolle und partnerschaftliche Beteiligung von Patienten, Angehörigen und anderen Vertretern der Öffentlichkeit.
Sie sollen an der Planung und Umsetzung von Forschung mitarbeiten und so sicher stellen, dass ihre Bedürfnissen miteinbezogen werden.
«PPIE wurde in den letzten Jahren zunehmend in der öffentlich finanzierten klinischen Forschung und in bestimmten Bereichen des Gesundheitswesens umgesetzt. Die Schweiz mit ihren Organisationen in den Bereichen Gesundheitswesen, Forschung, Regulierung und Gesundheitspolitik hinkt jedoch in diesen Bereichen weiterhin hinter anderen europäischen Ländern hinterher», schreibt der neu gegründete Verein in einer Mitteilung.
Deshalb wolle Swiss PPIE Network künftig die Stimmen von Patienten, Patientinnen und der Öffentlichkeit stärken.
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Die Gründungsmitglieder von Swiss PPIE Network. | PD
Zu den Gründungsmitgliedern gehören auch 15 institutionelle Mitglieder, darunter
  • die Schweizerische Patientenorganisation (SPO),
  • die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW),
  • das Swiss Cancer Institute (SCI),
  • das Institut für Kollaborative Gesundheitsversorgung und Leadership an der Berner Fachhochschule (BFH),
  • die Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO) und
  • EUPATI Switzerland
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