Hospital-at-Home kommt ans linke Zürichseeufer

Ab sofort können Patienten am linken Zürichseeufer über das See-Spital Horgen, die Hospital at Home AG und die Spitex Horgen-Oberrieden zu Hause statt im Spital behandelt werden.

, 18. November 2025 um 10:17
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Bild: zvg
Das Hospital-at-Home-Programm breitet sich weiter aus: Ab sofort lancieren das See-Spital Horgen, die Hospital at Home AG und die Spitex Horgen-Oberrieden eine Versorgung für Patienten am linken Zürichseeufer.
Künftig können Menschen mit bestimmten akuten Erkrankungen – etwa Lungen- oder Nierenbeckenentzündungen – zu Hause behandelt werden, anstatt stationär ins Spital zu müssen.
Dabei übernehmen die Ärzte des See-Spitals die medizinische Betreuung, die Spitex Horgen-Oberrieden ist für die pflegerische Versorgung zuständig, und die Hospital at Home AG stellt die Logistik bereit und sorgt für die Koordination.

Pilotphase

Das Projekt befindet sich derzeit in einer Pilotphase und wird von der Gesundheitsdirektion Zürich finanziell unterstützt. Eine spätere Evaluation soll zeigen, in welcher Form das Modell dauerhaft umgesetzt und gegebenenfalls auf weitere Gemeinden und Spitex-Partner ausgeweitet werden kann.
Positive Erfahrungen aus der Praxis liegen vor: Seit 2021 bietet das Spital Zollikerberg auf der gegenüberliegenden Seeseite mit dem Programm «Visit» eine Alternative zum stationären Aufenthalt an. 2023 zog die Zürcher Hospital at Home AG nach. Zusammen haben die beiden Anbieter inzwischen rund 750 Patientinnen und Patienten zu Hause behandelt.
Das Modell gewinnt auch in anderen Kantonen an Bedeutung. Neben Zürich bieten das Réseau de l’Arc im Jurabogen, die Klinik Arlesheim und das Kantonsspital Baselland Hospital-at-Home-Programme an. Weitere Projekte sind am Kantonsspital Graubünden und am CHUV Lausanne in Planung.

Finanzierung

Die Finanzierung der Programme ist weiterhin ein zentraler Punkt. Bisher unterstützen vor allem die Kantone Zürich und Baselland die Projekte finanziell. Langfristig sei jedoch eine klare Tarifregelung entscheidend, um das Modell nachhaltig abzusichern, sagt Severin Pöchtrager, Leitender Arzt von Hospital at Home: «Hospital at Home ist wie ein junges Bäumchen – wir müssen sorgfältig dafür sorgen, dass es wächst und zu einer tragfähigen Säule der Versorgung wird», betont er.
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