Nord vaudois: Das Spital von Yverdon bleibt in Yverdon

Das Spital der «eHnv der Zukunft» wird in Yverdon-les-Bains gebaut. Es wird Operationssäle, technische Abteilungen, Akutpflege und Rehabilitation an einem einzigen Standort vereinen. Eine Premiere im Kanton Waadt.

, 2. Februar 2026 um 05:59
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Von 17 untersuchten Standorten ist Y-Parc in Yverdon-les-Bains weiterhin im Rennen um das künftige Regionalspital des nördlichen Waadtlandes | Bild: Y-Parc, DR
Die Établissements Hospitaliers du Nord vaudois (eHnv) haben entschieden, ihr zukünftiges Regionalspital in Yverdon-les-Bains an einem einzigen Standort zu realisieren. Das Spital wird Operationssäle, medizinisch-technische Infrastruktur, Akutversorgung und Rehabilitation auf einem Areal vereinen – eine Premiere im Kanton Waadt.
«Neben dem verbesserten Komfort für die Patientinnen und Patienten – sowohl im Hinblick auf die Behandlungspfade als auch auf die Patientenerfahrung – trägt dieser Monostandort den aktuellen und künftigen Herausforderungen des Gesundheitssystems Rechnung», betont die Institution in einer Mitteilung. Genannt werden insbesondere der demografische Wandel, der Fachkräftemangel sowie die effizientere Nutzung von Ressourcen.
2026 stehen weitere strukturelle Veränderungen an: Die Innere Medizin wird in Yverdon zentralisiert, die elektive orthopädische Chirurgie auf den Standort St-Loup spezialisiert, die Rehabilitation in Orbe gebündelt. Der Standort Chamblon wird aufgegeben.

Standort

Insgesamt wurden 17 potenzielle Standorte für den Bau des neuen Spitals geprüft. Der Wissenschafts- und Technologiepark Y-Parc wurde von der Stadt rasch als bevorzugte Option ins Spiel gebracht. Zu seinen Vorteilen zählen die gute Anbindung an den öffentlichen und privaten Verkehr, verfügbare Flächen für mögliche Erweiterungen sowie die Nähe zu weiteren Gesundheitseinrichtungen.
Die Wahl des künftigen Standorts wird in Absprache mit den zuständigen Stellen sowohl auf kantonaler als auch auf kommunaler Ebene erfolgen. Eine Entscheidung wird im Laufe des Jahres 2026 erwartet
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Einheitsstandort in Yverdon | Karte: eHnv

eHnv der Zukunft

Im Mai 2024 hatten die eHnv angekündigt, das Bauprojekt für ein neues Spital am bisherigen Standort in Yverdon-les-Bains zu sistieren. Grund dafür waren Mehrkosten von rund 180 Millionen Franken, verursacht durch die Inflation im Bausektor sowie durch die Umsetzung neuer Erdbebensicherheitsnormen, die aufgrund der komplexen Bodenverhältnisse erforderlich wurden.
Trotz eines geringeren Defizits als ursprünglich budgetiert blieben die Finanzen der Institution angespannt. Das Programm «eHnv du futur», das unter anderem den Ausbau und die Umgestaltung des Standorts Yverdon-les-Bains vorsah, wurde deshalb vorübergehend auf Eis gelegt. Gleiches galt für den geplanten Bau eines neuen Behandlungs- und Rehabilitationszentrums in Orbe, dem zweiten Pfeiler des Programms.

Mehrere Wege werden geprüft

Vor diesem Hintergrund hatten die eHnv im Juni desselben Jahres angekündigt, mehrere Szenarien in Betracht zu ziehen, darunter das eines einzigen Krankenhausstandorts, mit dem die Ressourcen gebündelt und die Abläufe zwischen den Einrichtungen optimiert werden sollten. Darüber hinaus beschleunigten die vom Staat Waadt für 2025 angekündigten Haushaltskürzungen die Pläne der eHnv für eine Neuorganisation.
Mit über 200 Betten, einer Entbindungsstation und einer rund um die Uhr geöffneten Notaufnahme ist das Spital von Yverdon-les-Bains der Hauptstandort der eHnv, die vier Spitäler, drei Permanencen und verschiedene ambulante Institutionen zwischen dem Genfer- und dem Neuenburgersee umfasst.

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