Medgate: 2200 Konsultationen pro Tag

Der Telemedizin-Anbieter Medgate verzeichnete über die Weihnachtsferien und Anfang Jahr einen Behandlungsrekord: 49 Prozent mehr Konsultationen als im Vorjahr.

, 20. Januar 2026 um 07:48
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Bild: zvg
Rund 60'000 Patientinnen und Patienten nutzten über die Weihnachtsferien und Anfang Jahr die telemedizinischen Dienste von Medgate – 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Die starke Grippewelle und geschlossene Arztpraxen trieben die Nachfrage, wie Medgate in einer Mitteilung schreibt.
Vom 20. Dezember bis 15. Januar führte das Medgate-Team 59'600 Telekonsultationen durch. Der Grossteil erfolgte telefonisch, in 990 Fällen per Video-Call und 6'700 Mal über den Ärztechat in der App. Das auf Pädiatrie spezialisierte Kids-Line-Team behandelte 8'200 Anrufe.
Die starke Zunahme führt Medgate-Schweiz-Chefin Claudine Blaser auf mehrere Faktoren zurück: Die Grippewelle kam diesen Winter besonders früh und stark und überlappte mit den Weihnachtsferien, als viele Praxen geschlossen waren. Zudem habe Medgate das Ärzteteam im vergangenen Jahr ausgebaut und könne mehr Patienten pro Tag behandeln.
Medgate behandelt nach eigenen Angaben rund 50 Prozent der erwachsenen Patienten abschliessend am Telefon, bei Kindern sind es 60 Prozent. In diesen Fällen ist kein physischer Arztbesuch nötig.
Bei kurzfristigen Nachfrage-Spitzen springen Ärztinnen und Ärzte spontan ein. In Spitzenzeiten behandeln bis zu 65 Mediziner gleichzeitig.
Das Grossereignis in Crans-Montana stellte das System auf die Probe: Am 1. Januar konnten Medgate-Ärzte vorübergehend keine Patienten mehr in lokale Walliser Strukturen einweisen, da die Spitäler an ihrer Leistungsgrenze waren.
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