Millionen für Forschungszentrum «Children & Cancer»

Sechs Institutionen, mehr als 30 Forschungsgruppen und eine Bundesförderung von knapp 17 Millionen Franken: Im Frühjahr 2026 startet der erste Nationale Forschungsschwerpunkt für pädiatrische Onkologie.

, 30. Januar 2026 um 17:20
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v.l.n.r.: Jean-Pierre Bourquin (Kinderspital Zürich), Direktor der Abteilung "Children & Cancer" und Raffaele Renella (Universität Lausanne), Co-Direktor | Bilder: DR
Mit einer Bundesförderung von knapp 17 Millionen Franken startet im Frühjahr 2026 der erste Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) für pädiatrische Onkologie. Seit Bestehen des Programms ist es der erste NFS, der sich vollständig den gesundheitlichen Bedürfnissen von Kindern widmet.
Getragen wird der Forschungsschwerpunkt von den beiden führenden Schweizer Kinderspitälern, dem Universitäts-Kinderspital Zürich und dem Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) in Lausanne.
Das auf mehr als zwölf Jahre angelegte Mandat schafft die Grundlage für den Aufbau eines nachhaltigen nationalen Kompetenzzentrums für Kinderkrebs, das Grundlagenforschung und klinische Innovation miteinander verbindet, wie das Kinderspital Zürich mitteilt.
«Die Zusage des Bundesrats ist für uns ein absoluter Gamechanger», sagt Jean-Pierre Bourquin, Direktor des NFS «Children & Cancer» und Professor für Kinderonkologie an der UZH und am Zürcher Kinderspital. «Wir haben eine Vision entwickelt, wie wir die Kinderonkologie von der Grundlagenforschung bis zur Translation in die Klinik national neu positionieren wollen – diese können wir nun umsetzen.»
Dazu gehöre auch, die bisherige Fragmentierung der Kinderonkologie in der Schweiz zu überwinden und die Zusammenarbeit zu stärken.
In diesem Jahr entstehen sechs neue Nationale Forschungsschwerpunkte. Sie wurden aus mehr als 75 Projekten ausgewählt, die während drei Jahren von einem internationalen Expertengremium evaluiert wurden.


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Gastinstitutionen (rot) und Netzwerkpartner (schwarz) | Bild: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
Der Nationale Forschungsschwerpunkt «Children & Cancer» soll die internationale Vernetzung der Schweizer Kinderkrebsforschung weiter stärken. Vorgesehen ist eine enge Zusammenarbeit mit Forschungsverbünden in Europa, den USA und Asien.
Diese Kooperationen sind insbesondere bei seltenen Erkrankungen entscheidend, um genügend Patientinnen und Patienten in Studien einbeziehen und spezialisierte Therapieansätze weiterentwickeln zu können.
Der Forschungsschwerpunkt umfasst neben der Grundlagen- und klinischen Forschung auch den Transfer von Ergebnissen in die Praxis, etwa über Patente, Ausgründungen und Kooperationen mit Industriepartnern. Zudem werden verschiedene Berufsgruppen sowie Patienten- und Familienvertretungen in die Projekte einbezogen.

33,97 Millionen Franken

Für die Jahre 2026 bis 2029 stehen dem Nationalen Forschungsschwerpunkt insgesamt 33,97 Millionen Franken zur Verfügung. Davon stammen 16,99 Millionen Franken aus Bundesmitteln, der übrige Teil wird von den beteiligten Partnerinstitutionen finanziert.

Nationalen Forschungsschwerpunkte «Children & Cancer» Fakten:

  • Gesamtmittel (2026–2029): 33,97 Millionen Franken
  • Davon Bundesmittel (2026–2029): 16,99 Millionen Franken
  • Das Kompetenzzentrum «Children & Cancer» vereint die beiden Kinderspitäler (Universitäts-Kinderspitäler Zürich und Lausanne) mit über 30 Kernforschungsgruppen und Forschungsinstitutionen aus der ganzen Schweiz.
  • Führende Kliniken: Universitäts-Kinderspitäler Zürich und Lausanne
  • Forschungszentrum für das Kind und Agora Lausanne sowie Forschungsgruppen aus UZH, UNIL, ETH, EPFL, Universität Bern und Luzern
  • Leitung: Jean-Pierre Bourquin (Universitäts-Kinderspital Zürich) – Direktor, Raffaele Renella (Universität Lausanne) – Co-Direktor.

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