HUG entwickeln Übersetzungstool für medizinische Daten

Das Universitätsspital Genf entwickelt gemeinsam mit dem französischen Anbieter PHAST ein Tool, das digitale Gesundheitsdaten für alle Systeme verständlich machen soll.

, 30. Januar 2026 um 06:39
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Symbolbild: Martin Sanchez / Unsplash.
In der Medizin spricht jeder eine eigene Sprache: Während Patienten über ihre Schmerzen klagen, stellen Ärztinnen und Ärzte Diagnosen wie «periphere Polyarthropathie» – und Computersysteme wandeln diese Informationen in Daten um.
Das Problem: «Diese Daten sind oft nur für das System verständlich, das sie erzeugt hat», erklärt Christian Lovis, Chefarzt des Service für Medizinische Informationswissenschaft (SIMED) an den Hôpitaux universitaires de Genève (HUG).
Genau hier setzen die HUG an – gemeinsam mit dem französischen Anbieter PHAST. Ziel ist die Entwicklung eines Tools, das «digitale Gesundheitsinformationen so übersetzt, dass sie von allen Informationssystemen, die sie nutzen müssen, interpretiert werden können», heisst es in einer Mitteilung der Universitätsspitäler.
Damit sollen unterschiedliche Institutionen über ihre Computersysteme hinweg miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten können. Dies ist besonders relevant, da der Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Spitälern, Kliniken und Pflegezentren immer wichtiger wird. Das SIMED beschäftigt sich bereits seit über 15 Jahren mit diesem Thema.
Aktuell erhält das Projekt neuen Schwung: Die HUG und PHAST haben einen Auftrag der französischen Agentur für digitale Gesundheit erhalten, um internationale medizinische Terminologien, darunter SNOMED-CT, einzuführen.
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