Facharzttitelerteilung: SIWF und FMH künden Massnahmen an

Ein gemeinsamer Krisenstab von SIWF und FMH soll die beschleunigte Facharzttitelerteilung vorantreiben: Personal wird ausgebaut und die Erstbewertung der Dossiers erfolgt künftig IT-unterstützt.

, 6. November 2025 um 14:31
image
Symbolbild: Artur Tumasjan on Unsplash
Geht es nun endlich voran bei der Facharzttitelerteilung? Die Ankündigung des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) und der FMH klingt zumindest zuversichtlich.
«Die Facharzttitelerteilung in der Schweiz soll deutlich beschleunigt werden», heisst es. Konkret planen SIWF und FMH eine Reihe von Massnahmen, um die langwierigen Verfahren zu verkürzen und die Situation der betroffenen Ärztinnen und Ärzte zu verbessern.

Zu den wichtigsten Schritten zählen:

  • Ein gemeinsamer Krisenstab von SIWF und FMH überwacht die Umsetzung aller Massnahmen.
  • Über 30 Mitglieder der Titelkommission aus den Fachgesellschaften unterstützen die Titelerteilung aktiv.
  • Der Personalbestand wird ausgebaut, sowohl durch feste als auch temporäre Stellen, ergänzt durch FMH-Mitarbeitende zur gezielten Unterstützung des SIWF.
  • Die Erstbewertung von Dossiers erfolgt nun teilautomatisiert IT-gestützt, was den Prozess beschleunigt.
  • SIWF und FMH stehen mit den Arbeitgeberorganisationen in Kontakt, um pragmatische Übergangslösungen zu finden.

Externe Untersuchung

Zudem hat die Ärztekammer eine externe Untersuchung beschlossen, um die Ursachen der Verzögerungen zu analysieren und die Organisation des SIWF zu überprüfen.
Auf Antrag des Verbands Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) empfiehlt die Ärztekammer den zuständigen Gremien eine befristete Gebührenreduktion von 50 Prozent für betroffene Assistenzärztinnen und -ärzte, deren Titelerteilung länger als sechs Monate dauerte.

    Artikel teilen

    Loading

    Kommentar

    Mehr zum Thema

    image

    Europäischer KI-Bot macht Leitlinien in Echtzeit nutzbar

    Ein neues Projekt will die Empfehlungen viel stärker in den Klinikalltag einbauen – mit KI-Live-Assistenten. Vorerst zu Herzinsuffizienz, COPD, Asthma und Nierenerkrankungen.

    image

    HUG: Wolfram Karenovics übernimmt die Leitung des Lungenkrebszentrums

    Der Spezialist für Thoraxchirurgie tritt die Nachfolge von Alfredo Addeo an.

    image

    Neue ambulante Tarife: Einführung abgeschlossen, Optimierung beginnt

    TARDOC und ambulante Pauschalen sind eingeführt, doch das Optimierungspotenzial beginnt jetzt. Das Team von scheggpartner zeigt, wo Organisationen heute stehen, welche Herausforderungen bestehen und wie du deine ambulante Abrechnung gezielt verbessern kannst.

    image

    Wenn es in Spitälern brodelt – und der Konflikt öffentlich wird

    Immer häufiger geraten Spitäler wegen anonymer Vorwürfe in die Schlagzeilen. Die jüngsten Fälle Schaffhausen, Luzern und Baden zeigen: Hinter den Berichten stehen reale Spannungen – aber auch die Frage nach medialer Verantwortung.

    image

    Streit, der nützt: Warum Spitäler von Konfliktkultur profitieren

    Eine gelebte Streitkultur stärkt die Mitarbeiterbindung, verkürzt Entscheidungswege und erhöht die Qualität der Patientenversorgung.

    image
    Die Rechtsfrage der Woche

    Blackbox Spitalplanung geöffnet

    Ob ein Spital wächst oder stagniert, entscheidet der Regierungsrat mit der kantonalen Spitalliste. Das Bundesverwaltungsgericht mahnt nun zu mehr Transparenz.

    Vom gleichen Autor

    image

    Auch das Spital Affoltern meldet ein positives Geschäftsjahr

    Das Zürcher Regionalspital erzielte 2025 wieder Gewinn. Steigende Fallzahlen trugen zum positiven Ergebnis bei – insbesondere in der Psychiatrie.

    image

    Hoch Health Ostschweiz: Erfolgssignale im ersten Geschäftsjahr

    Nach der Fusion des Kantonsspitals St.Gallen mit den Spitälern Grabs/Altstätten, Wil und Linth verspürt der neue Spitalverbund finanziell einen Aufwärtstrend.

    image

    Spital Herisau: Erste Investoren bringen sich ins Gespräch

    Mehrere Gesundheitsakteure aus der Ostschweiz prüfen ein mögliches Engagement beim Spital Herisau.