Das Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit (FNPG) plant einen Neubau in Marsens, welcher der Alterspsychiatrie gewidmet sein soll. Dadurch soll die Kapazität der Einrichtung von 54 auf 105 Betten erhöht werden. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 46 bis 49 Millionen Franken, die Eröffnung soll 2030 erfolgen.
Der Neubau soll diverse Angebote zusammenführen:
- eine Akuteinheit für allgemeine Psychiatrie mit 30 Betten;
- eine zweite Einheit mit 30 Betten, die auf die Behandlung von Demenz spezialisiert ist;
- moderne Infrastrukturen – insbesondere Räume umfassen, die der Geselligkeit gewidmet sind (neue Cafeteria, Restaurant);
- ein Pflegeheim mit 45 Betten. Dieses wird Patienten aufnehmen, die an schweren kognitiven Störungen mit psychiatrischen Komorbiditäten leiden.
Das Architekturprojekt wurde im Rahmen eines Studienauftrags an das Büro Ferrari Architectes vergeben. Der Entwurf überzeugte die Jury vor allem, weil damit die hundertjährige Linde auf dem Gelände erhalten werden kann. Der Baubeginn ist für 2028 geplant.
Grosser Bedarf an Psychogeriatrie
Der Kanton Freiburg rechnet bis 2030 mit einem explosionsartigen Anstieg des Bedarfs an Langzeitpflege, insbesondere in den Bereichen der Geriatrie und der Alterspsychiatrie. Die jüngsten Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der über 65-Jährigen um 30 Prozent und die Zahl der über 90-Jährigen um 66 Prozent steigen wird.
«Für die stationäre Psychogeriatrie wird bis 2035 ein Anstieg um 67 Prozent prognostiziert», warnt Rose-Marie Rittener, Präsidentin des Verwaltungsrats des FNPG,
im Gespräch mit Radio «RTS». «Also werden die 38 Betten, die wir im psychogeriatrischen Bereich in Marsens haben, nicht mehr ausreichen, um den demografischen Bedürfnissen dieses Kantons gerecht zu werden.»
Gleichzeitig weist die Einrichtung darauf hin, dass das stationäre Angebot für den deutschsprachigen Teil des Kantons am Standort Villars-sur-Glâne verstärkt wird.