KSGL: «Wir wollen üsärs Spital retten!»

Die Personalkommission des KSGL stellt sich hinter ihr Spital und kritisiert das Vorgehen des SBK.

, 15. Februar 2024 um 07:27
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Die Personalkommission ruft die Glarner Bevölkerung auf, sich hinter «üsärs Spital» zu stellen. Bild: zvg
Der Zwist zwischen dem Kantonsspital Glarus und dem Pflegeverband beschäftigt auch die Personalkommission des KSGL. In einem offenen Brief, welcher in der «Südostschweiz» erschienen ist, wendet sich Röbi Knobel, Präsident der Personalkommission des Kantonsspitals Glarus direkt an die Bevölkerung.
Als Personalkommission erachte man es als Pflicht, sich in der jetzigen Situation zu den Ereignissen und den Berichterstattungen der letzten Tage in den verschiedenen Medien zu äussern.
«Auch wir als Personalkommission sind nicht mit allen Entscheiden einverstanden, aber wir stehen hinter der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat. Die Verantwortlichen wollen alle nur eines: Das Kantonsspital Glarus für die Glarner Bevölkerung retten und damit verbunden die über 600 Arbeitsplätze im Kanton», so Knobel.
Die Personalkommission des Kantonsspitals Glarus existiert seit 2006 und versteht sich als Bindeglied zwischen den Angestellten und der Geschäftsleitung des Kantonsspitals.
Die Personalkommission sei frühzeitig über die Situation und die möglichen Kündigungen informiert worden. Die Kritik des Pflegeverbandes, dass wichtige Informationen nicht kommuniziert wurden, lässt Röbi Knobel nicht ganz gelten:
«Dass die Kommunikation vielleicht nicht immer zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten verlaufen ist, kann auch dem Umstand geschuldet sein, dass bis zum letzten Moment versucht wurde, Kündigungen zu verhindern».
«Unser Ruf ist gefährdet und es wird insbesondere in der aktuell schwierigen Zeit des Fachkräftemangels damit nicht einfacher, unsere freien Stellen zu besetzen.» Röbi Knobel
Noch nie habe das Kantonsspital Glarus vor der schwierigen Situation gestanden, dass aufgrund der wirtschaftlichen Lage Kündigungen ausgesprochen werden mussten. Für alle Beteiligten seien das äusserst herausfordernde Zeiten und Massnahmen, die kein Arbeitgeber gerne treffe.

Unverständlicher Entscheid

Scharf kritisiert Knobel den Entscheid des SBK, die partnerschaftlichen Verhandlungen mit dem Kantonsspital Glarus ausgerechnet in dieser schwierigen Situation abzubrechen – sowie die einseitige Berichterstattung: «Sie schaden unserem Spital über die Kantonsgrenzen hinaus». Zugleich würden die Negativschlagzeilen dazu führen, dass sich der Fachkräftemangel noch weiter verschärfe.
Knobel ruft deshalb die Glarner Bevölkerung auf, sich hinter das KSGL, «üsärs Spital», zu stellen. «Helfen Sie mit, dass das Kantonsspital Glarus wieder auf gesunde Beine kommt. Schenken Sie dem Kantonsspital Glarus und den Verantwortlichen Ihr Vertrauen – wir als Personalkommission tun das».
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