Das Spital Thusis schreibt weniger Verlust – bleibt aber unter Druck

Die Gesundheit Mittelbünden verzeichnete 2024 ein weiteres Millionenminus. Allerdings fiel das Defizit kleiner aus als im Vorjahr. Ein Sanierungsprogramm zeigt offenbar erste Wirkung.

, 19. Mai 2025 um 14:02
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Bild: Gesundheit Mittelbünden
Die Gesundheit Mittelbünden – mit dem Spital Thusis im Zentrum – schrieb im vergangenen Jahr nochmals sehr rote Zahlen. Insgesamt betrug das Minus 6,2 Millionen Franken; mit dem Defizitausgleich der Trägergemeinden kam das Endergebnis dann in die Pluszone. Budgetiert gewesen war ein Verlust von 5,3 Millionen Franken, und im Vorjahr 2023 hatte die Stiftung noch ein Minus von 8,6 Millionen Franken eingefahren.
Die Zahl der stationären Patienten im Spital ging letztes Jahr leicht zurück, nämlich um 5,3 Prozent auf 1’733. Derweil stiegen die ambulanten Fälle an: Gemessen an den Taxpunkten betrug der Zuwachs 8,5 Prozent auf 6.4 Millionen.
Unterm Strich war der Betriebsertrag leicht tiefer (–1,7 Prozent), er lag bei 39,5 Millionen. Die Ebitda-Marge erreichte 5,6 Prozent, also einen Wert, der im aktuellen Spitalumfeld recht respektabel ist.
Zur Gesundheit Mittelbünden gehören neben dem Spital auch eine Spitexorganisation, zwei Praxen sowie der Rettungsdienst. Die Delegierten der Stiftung hatten bereits im März eine Fortführung des Spitals beschlossen, jedoch mit kleinerem Leistungsumfang. Wobei insbesondere die definitive Schliessung der Geburtshilfe für Aufsehen sorgte.
«Im Jahr 2024 konnte der sich über Jahre verstärkende Negativtrend der Jahresergebnisse gestoppt und gar umgedreht werden», kommentiert die Unternehmensleitung den Jahresbericht: «Wesentlichen Anteil daran haben die über 80 Projekte und Massnahmen, die von der eingesetzten ‚Task Force Sanierung‘ mehrheitlich aus Vorschlägen der Mitarbeitenden umgesetzt wurden.»
Gesundheit Mittelbünden: Jahresbericht 2024

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