In Bern ist seit diesem Dienstag ein digitaler «Notfall-Finder» in Betrieb. Er bietet Orientierung bei medizinischen Notfällen und deckt dabei die Stadt und ihre Agglomeration ab.
Konkret zeigt der
«Notfall-Finder» jeweils live, welche Notfallstationen geöffnet sind und wie hoch dort die Auslastung ist.
Auf einer anderen Ebene kann man per Online-Fragebogen eine Selbsteinschätzung starten – um zu prüfen, ob eine medizinische Notfallbehandlung nötig ist oder ob vielleicht eher eine Apotheke aufgesucht werden könnte.
Das Projekt steht unter der Leitung der kantonalen Gesundheitsdirektion und wird von den drei Berner Krankenkassen Atupri, KPT und Visana mitfinanziert. An Bord sind ansonsten die Betreiber der Notfallstationen im Raum Bern – Inselgruppe, Hirslanden, Lindenhofgruppe, UPD, City Notfall, Medbase, Siloah –, ferner der Medizinalsoftware-Hersteller In4medicine.
Ampelsystem: Übersichtsseite im «Notfall-Finder»
Das Projekt soll dazu beitragen, dass die Notfallzentren gezielter genutzt werden. Das Personal auf den Notfallstationen soll entlastet werden, die Wartezeiten werden womöglich kürzer. «Zudem erhoffen wir uns, dass die Spitäler mittelfristig weniger Bagatellfälle auf den Notfallstationen haben werden, was einen positiven Effekt auf die Gesundheitskosten haben wird»,
sagt der Gesundheitsdirektor des Kantons Bern, Pierre Alain Schnegg.
«Für uns hat der Notfall-Finder neben dem Aufzeigen der Anlaufstellen bei Notfällen in Bern auch den Vorteil, dass er die Bevölkerung bei der Orientierung in unsicheren Situationen unterstützen kann», sagt Thomas Sauter, Leitender Arzt in der Notfallmedizin des Inselspitals. «Dieser Einbezug von digitalen Innovationen überzeugt uns, und wir tragen gerne unseren Teil zu einer noch besseren Gesundheitsversorgung in Bern bei.»
Ab Frühjahr 2026 soll der Notfall-Finder auf den gesamten Kanton Bern ausgerollt werden.