Swiss HCA: Eine neue Stimme aus der Pflege

Der Fachkräftemangel macht sichtbar, wie wichtig die Arbeit von Health Care Assistants ist. Ihr neuer Verband Swiss HCA setzt sich für bessere Löhne, Schutz vor Überlastung und politische Aufmerksamkeit ein.

, 1. Oktober 2025 um 14:18
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Kick-off-Event des Vereins Swiss HCA in Chur am 30. September mit Jan Honegger (li.) | Bild: Swiss HCA, DR
Die Pflege hat eine neue Organisation: Am Dienstag wurde der neue Berufsverband Swiss HCA offiziell aus der Taufe gehoben. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen aller Pflegeprofis zu vertreten – unabhängig davon, ob sie über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) verfügen oder nicht.
Das Projekt wurde mit der Unterstützung des SBK entwickelt und umgesetzt.
Swiss HCA will also Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ genauso wie Assistenten Gesundheit und Soziales EBA oder Pflegeassistenten SRK unterstützen, zumal in Fragen der Arbeitsbedingungen.
Die Idee für einen Verband speziell für Pflegende ohne Diplom sei schlicht «aus der täglichen Realität in den Betrieben», sagt Jan Honegger, der Co-Präsident von Swiss HCA: «Viele HCAs tragen mittlerweile eine hohe Verantwortung, übernehmen Aufgaben, die früher ausschliesslich diplomierten Pflegefachpersonen vorbehalten waren und halten den Betrieb vieler Institutionen überhaupt erst am Laufen. Trotzdem hatten sie bisher kein eigenes Sprachrohr in der Politik oder gegenüber Entscheidungsträgern.»

Mehr Mitsprache

Angesichts des Fachkräftemangels und der steigenden Belastung sei heute klar, dass es eine Interessenvertretung braucht, welche die spezifischen Anliegen dieser Berufsleute aufgreift und ihre Sichtbarkeit erhöht: «Nicht gegen, sondern gemeinsam mit den diplomierten Pflegefachpersonen», so Honegger.
Folglich tritt Swiss HCA auch der Alliance Care bei – also der neuen Pflege-Dachorganisation, die den SBK sowie mehrere Partnerverbände des Sektors umfasst.
Interessierte Fachleute sollten dem Verband bald beitreten können und damit «Zugang zu nützlichen Informationen, Beratungs- und Weiterbildungsangeboten» erhalten, heisst es auf der Website von Swiss HCA.
Besonders sei die Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit von HCAs, so Co-Präsident Honegger: «Sie tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit bei, werden aber oft unzureichend entlöhnt und zu wenig in Entscheidungsprozesse einbezogen.»
Löhne; Kompetenzprofile; Schutz vor Überlastung durch Aufgabenverschiebungen; bessere Entwicklungsmöglichkeiten; politische Sichtbarkeit: Dies sind die Hauptanliegen, welche die neue Organisation nun prioritär verfolgen will.
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