Wenn der Arzt durch die Gänge rollt

Klinische Roboter ermöglichen es Spezialisten, unabhängig vom Standort ihre Patienten zu besuchen.

, 17. April 2018 um 11:52
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Spitäler und Gesundheitszentren sind meistens weitläufig und häufig auf verschiedene Standorte verteilt. Ärztinnen und Ärzte müssten sich teilen können, um überall präsent zu sein, wo sie gebraucht werden. Die Telemedizin hilft auch hier aus und lässt klinische Roboter ausschwärmen. 
Im vorliegenden Fall heissen sie Dougie und Daphne und ergänzen testhalber das Ärzteteam im neuseeländischen Waikato District Health Board. Mit dem hochauflösenden Fischauge, dem Bildschirm und Rädern können sie stellvertretend für den Arzt den Patienten zu Hilfe eilen. Der Arzt behandelt dann über die digitale Distanz per Videochat. 

«Näher zu den Patienten»

Paul Huggan, Spezialist für Infektionskrankheiten und Leiter der ärztlichen Ausbildung, erklärt, wie das geht: Er loggt sich ins Spitalnetzwerk oder eine mobile App ein, dann erscheint sein Gesicht auf dem Bildschirm von Dougie oder Daphne. Auf Knopfdruck schickte er den Roboter los und navigiert ihn mit den Fingerspitzen durch das Gebäude bis zu dem Punkt, wo er gefragt ist. 
Huggan ist am Standort Waikato stationiert und kann auf diese Weise die Patienten am Standort Thames besuchen, ohne sich dorthin verschieben zu müssen. «Diese Roboter helfen uns, näher an den Patienten zu sein», wird er in einer Mitteilung zitiert, «meistens ist es besser, die Person face to face zu sehen, um einen Eindruck des Gesundheitszustands zu erhalten». 

Zweites Augen- und Ohrenpaar

Dank Dougie und Daphne könne er gleichzeitig auf einem Bildschirm mit den Patienten kommunizieren und auf einem anderen Laborbefunde abrufen oder Röntgenbilder begutachten. «Die Roboter sind wie zusätzliche Augen und Ohren, dank denen wir Patienten, deren Familien und unsere klinischen Teams besser unterstützen können», sagt er. Laut Huggan ist das Feedback von Personal und Patienten fantastic.
Die Roboter werden für geplante Sprechstunden aber auch für kurzfristige Konsultationen eingesetzt, in denen die Einschätzung eines Spezialisten gefragt ist. Häufig ersetzen sie Telefongespräche. Der Versuch mit den klinischen Robotern dauert sechs Monate. Das Spital hofft, bei Komplikationen schneller eingreifen und die Versorgung verbessern zu können.
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