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Value-Based Healthcare (VBHC) – Die Krise als Sprungbrett?

Covid-19 hat weitreichende Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem. Kann die Krise ein Weg in Richtung value-based healthcare sein? Viele der Schlüsselelemente von VBHC spielen in der Pandemie eine grössere Rolle.

, 22. Dezember 2020, 15:00
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Selten waren daher die Grundprinzipien von VBHC und somit auch jene von Patient Reported Outcome Measures (PROMs) so passend für die Herausforderungen im Gesundheitssystem wie heute.
Eindrücklich wird zurzeit aufgezeigt, dass die Ressourcen im Gesundheitswesen begrenzt sind. Gerade jetzt ist es wichtig, dass die vorhandenen Mittel so eingesetzt werden, dass wir den bestmöglichen Outcome erreichen; das Grundprinzip von VBHC. Mit der Überwindung der aktuellen Krise ist es aber noch längst nicht getan. Der akuten Pandemiesituation werden weitere „Wellen“ folgen: Menschen mit Langzeitfolgen, Menschen mit „verschleppten“ Problemen, Menschen mit psychischen Leiden, etc.
All diese Patientenströme würden sich besser steuern lassen, wenn wir Daten zu betroffenen Menschengruppen hätten (vgl. Abb.1). 
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Abb. 1: Die Pandemiesituation und ihre Wellen (eigenen Darstellung basierend auf Harsh K. Trivedi, 2020)

Neue Patientengruppen und die benötigten Informationen

Systeme und Organisationen, die VBHC umsetzen, bewegen sich nicht mehr in den herkömmlichen Organisationsstrukturen, die von einer Silokultur geprägt sind. Sie organisieren ihre Prozesse vielmehr um die relevanten Patienten (Gruppen) und arbeiten fachübergreifend, um innerhalb der bestehenden Ressourcen das bestmögliche Ergebnis für die Patienten zu erreichen (vgl. Abb.2).
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Abb. 2: Interdisziplinäre Organisationsstrukturen in VBHC -Systemen (eigene Darstellung)
In Pandemiezeiten lassen sich „neue“ Patientengruppen definieren, die spezifische Bedürfnisse haben: 
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Derzeit erfassen wir nur wenige Parameter: Anzahl Infizierte, Anzahl Hospitalisierte, Anzahl Beatmete und Genesene. Mit der aktuellen Datengrundlage haben wir folglich nur begrenzte Informationen zur ersten Patientengruppe (Anzahl Genesene Personen). Über die übrigen Gruppen wissen wir aber kaum etwas.
Es ist nicht auszuschliessen, dass weitere Infektionswellen auf uns zu kommen. Dann geht es vor allem darum, alle vier Gruppen bestmöglich zu versorgen. Womit wir wieder beim Grundprinzip von VBHC sind: Das bestmögliche Ergebnis innerhalb der bestehenden Ressourcen zu erreichen.

Ein Mehrwert im System durch PROMs

PROMs und ihr Nutzen gewinnen auch in der Schweiz immer mehr an Bedeutung. Einige Spitäler und Gesundheitsdirektionen erheben PROMs zu mehreren Krankheitsbildern. Das heisst, es bestehen bereits Prozesse, auf die aufgebaut werden kann. Um die neuen Patientengruppen bedürfnisgerecht abzuholen, könnte sich das Gesundheitswesen PROMs zu nutzen machen, indem es generische Tools zur Lebensqualität oder zur mentalen Gesundheit breitflächig einsetzt. Auf Basis dieser Daten, kann in der Versorgung priorisiert und besser geplant werden.

VBHC & Covid-19 – Chance oder Risiko?

Es lässt sich zusammenfassen, dass sich die Corona Pandemie sozialen Herausforderungen stellt, die über das «Heilen der Corona-Erkrankung» hinausgehen. VBHC beinhaltet in seinen Ansätzen bereits einige Werkzeuge, die sich auch in Pandemie-Zeiten als hilfreich herausstellen:
  • Das Erheben von Patientendaten auf standardisierte Weise, das Übermitteln und Darstellen dieser Daten auf einheitlichen Plattformen, welche die Analyse grosser Datenmengen zulässt und als Grundlage für Benchmarking, Ressourcenverteilung und Risk-Management dienen kann.
  • Das Erheben von Patientendaten, die über das rein Medizinische hinausgehen und die Lebensqualität erfassen (PROMS), um möglicherweise andere Einflussfaktoren und Akteure im Versorgungssystem identifizieren und kontaktieren zu können. Patientenbedürfnisse sind individuell, und können so effizienter und nachhaltiger angegangen werden.
  • Kommunikation innerhalb einer Versorgungssituation und über alle Ebenen im Versorgungssystem hinweg. Regelmässige Evaluation von Strukturen, Prozessen und Richtlinien, welche flexibel anpassbar sind.
Hier bestehen Chancen, die genutzt werden sollten.  

Wie Muller Healthcare Consulting Ihnen helfen kann

Wir begleiten Sie gerne auf bei der Einführung von PROMs. Dazu bieten wir Ihnen in verschiedenen Bereichen Unterstützung an. Diese reichen von der Moderation von runden Tischen mit allen Stakeholdern zur Vision bis hin zu Prozessoptimierungen oder Einführung von Performance Management Tools. Wir verfügen über ein breites internationales Netzwerk, mit einer Vielzahl von Experten, die über viel Erfahrung mit Value-Based Healthcare verfügen.
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