Chefärzte zur Klingler-Analyse: «Zahlen wurden nicht seriös erhoben»

Der Verein der Leitenden Spitalärzte der Schweiz (VLSS) hält die aktuelle Hochrechnung zu den Einkommen von Chef- und Belegärzten für «unseriös und nicht faktenbasiert».

, 23. Februar 2018, 08:38
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Eine Studie von Urs Klingler sorgt derzeit für Aufsehen: Der Vergütungsexperte und sein Team schätzen das Einkommen von Chefärzten in Schweizer Spitälern zwischen 350'000 und 1,5 Millionen Franken. Der Durchschnittslohn wiederum: rund eine Million Franken.
Für den Verein der Leitenden Spitalärztinnen und -ärzte der Schweiz (VLSS) wurden diese Zahlen aber nicht seriös und faktenbasiert erhoben, wie VLSS-Mitarbeiter Markus Gubler der «Luzerner Zeitung» sagt: «Die Chefärzte in der Schweiz verdienen im Durchschnitt mit Sicherheit weniger als eine Million.»

«Sicher nicht zu hoch entlöhnt»

Eine Umfrage des VLSS aus dem Jahr 2016 zeige: die Chefarztlöhne liegen bei rund 370'000 Franken. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass ein grösserer Teil der antwortenden Vereinsmitglieder eher an kleineren ­Kliniken und Regionalspitälern praktizierten. «Auch dies könnte aber die Differenz nur teilweise erklären», sagt Gubler weiter.
Der Verein der Chefärzte und Leitenden ­Spitalärzte – der die Interessen von rund 1'200 Kaderärzte vertritt –hält ferner fest: Chefärzte absolvierten lange Ausbildungen, stünden persönlich in der Verantwortung für Patienten, Personal und Klinik und leisteten hohe Arbeitspensen. Im Vergleich zu anderen mittleren und höheren Kaderpositionen in der Wirtschaft seien sie «sicher nicht zu hoch entlöhnt».
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