Psychiatrie Baselland: Lohnverhandlungen enden ohne Einigung

Die Psychiatrie Baselland gewährt ihren Mitarbeitenden zwar einen Teuerungsausgleich von 0,2 Prozent – den Personalverbänden ist das deutlich zu wenig. Sie erklären die Lohnverhandlungen für gescheitert.

, 3. Dezember 2025 um 04:54
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Die Psychiatrie Baselland erhöht 2026 die Lohnsumme für den Teuerungsausgleich aller ihrer Mitarbeitenden um 0,2 Prozent. Die Personalverbände sind mit dieser Lohnanpassung nicht zufrieden und haben die Lohnverhandlungen für gescheitert erklärt. Bild: zvg
Die Lohnverhandlungen zwischen der Psychiatrie Baselland (PBL) und den Personalverbänden VPOD, SBK BSBL, VSAO und Syna sind gescheitert.
Die PBL kündigte eine Lohnerhöhung von 0,2 Prozent für 2026 an – lediglich in Höhe der aktuellen Teuerung. Für die Personalverbände ist dies zu wenig, sie sprechen von einer Nullrunde.
Seit 2016 führt die PBL jährlich Lohnverhandlungen mit den Verbänden, bisher stets einvernehmlich, wie die Klinik betont. Dieses Jahr jedoch sieht die PBL die Forderungen «deutlich über dem finanziell Machbaren», die PBL schreibt seit Jahren rote Zahlen. .
Die verlangten Anpassungen hätten die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens überstiegen und lägen ausserhalb eines Quervergleichs.

Nullrunde

Anders tönt es von den Personalverbänden: Mit einem Angebot von 0,2 Prozent individueller Lohnentwicklung müssten die Mitarbeitenden der PBL beinahe eine Nullrunde hinnehmen.
Zum Vergleich: Die Lohnentwicklung in den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) beträgt 1,26 Prozent. Die PBL befinde sich somit nicht nur weit ab von der Konkurrenz, sondern sende auch ein verheerendes Signal an ihre Mitarbeitenden, schreibt die Gewerkschaft Vpod Region Basel.
Die Personalverbände hatten vorgeschlagen, ein mehrjähriges Verhandlungsergebnis anzustreben, um den Spielraum zu erweitern und eine schwache Lohnrunde abzufedern. Gemäss Mitteilung lehnte dies die PBL jedoch ab.

Weitere Schritte

Nach dem Scheitern der Verhandlungen prüfen die Personalverbände weitere Schritte. Sie fordern den Verwaltungsrat der PBL und den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft als Eigentümer auf, zu intervenieren und weiteren Reputationsschaden für das öffentlich-rechtliche Unternehmen zu verhindern.



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