Studie bestärkt Riechtest als Alzheimermarker

Wenn ältere Personen in einem Riechtest schlecht abschneiden, könnte dies ein höheres Risiko für Gedächtnisprobleme anzeigen.

, 2. Dezember 2015, 10:50
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Wissenschaftler der Mayo-Klinik in Rochester wollten herausfinden, ob ein verminderter Geruchssinn den Verlust des Gedächtnisses vorhersagen kann.
In einer Vergleichsstudie testeten sie knapp 2'000 Menschen mit dem «Brief Smell Identification Test» (B-SIT). Dabei mussten die etwa 80-jährigen Probanden zum Beispiel Banane, Zimt, Benzin oder Terpentin «erriechen».

Sagt Riechtest Gedächtnisverlust vorher?

Nach rund 3,5 Jahren stellten die Forscher fest: Personen, die beim Geruchstest zuvor deutlich schlechter abgeschnitten hatten als andere Teilnehmer, entwickelten auch eher amnestische Probleme. Generell war die Krankheitsrate umso höher, je schlechter die Teilnehmer beim Geruchstest abschnitten.

Roberts Rosebud et al. «Association Between Olfactory Dysfunction and Amnestic Mild Cognitive Impairment and Alzheimer Disease Dementia», in: «Jama Neurol.», November 2015 

Leicht im Praxisalltag einzusetzen

Mehr noch: Die Alzheimerrate bei den Teilnehmern mit den schlechtesten Werten beim Riechtest war 5,2-fach höher – ein statistisch signifikanter Unterschied.
Die Studienautoren weisen darauf hin, dass sich der B-SIT sehr leicht im Praxisalltag anwenden lässt, zur Interpretation kein geschultes Personal benötigt und zudem kostengünstig ist.
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