Spitalkette interessiert sich für Rettungsheli-Firma

Die bekannte Transportfirma Air Glacier steckt in Zahlungsschwierigkeiten. Genolier-Chef Antoine Hubert bietet sich als Retter an.

, 12. Juli 2015, 10:05
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Die Stadt Sion hat ein Konkursverfahren gegen Air Glaciers eröffnet. Unter anderem habe das Helikopterunternehmen offene Rechnungen für Kerosin ausstehend – für über eine Million Franken. Der Stadtpräsident von Sion, Marcel Maurer, bestätigte den Sachverhalt gegenüber dem «Nouvelliste» (Paywall); er betonte aber auch, dass die Stadt interessiert daran sei, eine Lösung zu finden. 
Der Chef von Air Glaciers, Bruno Bagnoud, erinnerte denn auf der anderen Seite daran, dass sein Unternehmen selber noch ausstehende Forderungen gegenüber dem Kanton Wallis habe: Hier handelt es sich um Rechnungen für geleistete Rettungseinsätze.
Klar scheint also, dass die bekannte Helikopterfirma derzeit zumindest Liquiditätsprobleme hat. Und in dieser Situation zeigt offenbar auch Aevis Viktoria beziehungsweise Genolier Interesse an Air Glacier; zur börsenkotierten Medizingruppe gehören insbesondere die 15 Genolier-Kliniken und die Ambulanzdienste von Genf.
Deren Chef, Antoine Hubert, sagte im Westschweizer Radio RTS: «Es ist sicher, dass Aevis in Unternehmen investiert, die im Ambulanz- und Rettungsbereich tätig sind. In diesem Fall könnte es die Form einer Beteiligung am Kapital der Firma Air Glacier annehmen.» 

«Ein Teil der Bildwelt»

Hubert ist Verwaltungsratsdelegierter und prägende Figur der zweitgrössten Spitalkette der Schweiz. Als Walliser erschiene ihm der Verlust solch einer Firma, die für den Tourismus und die Entwicklung wichtig sei, sehr schade, sagte er im Radio-Interview.
Er könne sich auch ein persönliches Mitwirken bei Air Glaciers vorstellen, so der Unternehmer auf Nachfrage: «Ganz sicher. Wie alle Walliser habe auch ich als Kind in der Schule die rot-weissen Helikopter gezeichnet. Air Glaciers ist für uns ein Teil der Bildwelt.»
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