Spital STS und Medbase entwickeln «Gesundheitsregion Berner Oberland»

Mit der Firma Medbase Berner Oberland AG wollen die beiden neue Wege in der medizinischen Grundversorgung beschreiten. Für Ärztinnen und Ärzte sollen attraktive Arbeitsmodelle entstehen.

, 19. Dezember 2017, 11:05
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In der Region Berner Oberland, dem Stammgebiet der Spital STS AG, zeichnet sich ein Hausarztmangel ab. Die zur Migros-Gruppe gehörende Medbase und die Spital STS wollen dem Engpass mit einem neuen integrierten Versorgungsmodell begegnen. Verschiedene Kompetenzen von Haus- und Spezialärzten, Therapeuten und Fachpersonen des Spitals sollen zu einem neuen Angebot verknüpft werden. 
Dazu wollen die beiden «gemeinsam schrittweise ein in dieser Form neuartiges und langfristig angelegtes integrales Versorgungskonzept für die 'Gesundheitsregion Berner Oberland' entwickeln», wie sie in einer Mitteilung bekanntgeben. Unter dem Dach der Firma Medbase Berner Oberland AG sollen an gemeinsam definierten Standorten ambulante «Medical Centers» mit Fokus auf die Grundversorgung entstehen. 

Erstes Projekt in Erlenbach

Derzeit laufen Abklärungen für ein erstes gemeinsames Projekt in Erlenbach im Niedersimmental, wobei auf bestehende lokale Versorgungsstrukturen Rücksicht genommen werden soll. Zudem seien sie offen für die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern im Gesundheitswesen. 
Mit dem neuen Konzept werde dem Nachwuchsproblem in den ländlichen Gemeinden begegnet. «Junge Ärztinnen und Ärzte möchten ihre Profession interdisziplinär, unter modernen Arbeitsbedingungen und mit Zugang zu einem starken Spitalpartner ausüben», heisst es. Haus- und Spezialärzte seien «herzlich eingeladen zur Mitgestaltung dieses Konzepts».

Neue berufliche Perspektiven

Dabei zeichnet Medbase das Bild des fortschrittlichen Arbeitgebers: «Wir sind primär in der Grundversorgung tätig, verstehen uns als Netzwerker und wollen Praxisärzten, die sich im letzten Abschnitt ihres Arbeitslebens befinden oder jungen Fachpersonen, die ihre Zukunft in der Haus- oder spezialisierten Medizin in der Praxis suchen, eine interessante Perspektive anbieten und somit die ambulante Versorgung stärken», wird Medbase-CEO Marcel Napierala zitiert. Das Angebot richte sich auch an Ärzte, die den beruflichen Wiedereinstieg meistern wollen. 
Die Spital STS AG und die Medbase-Gruppe kooperieren bereits seit 2011. So betreiben sie ein ambulantes «Medical Center» im Bereich Orthopädie und Traumatologie und eines in der Sportmedizin. Nun soll in den kommenden Wochen die Organisationsform für das neue Versorgungskonzept festgelegt und aufgebaut werden. 
Die Spital Simmental-Thun-Sanenland (STS) AG beschäftigt über 1'800 Mitarbeitende und behandelt jährlich 16'000 Patienten stationär und über 200'000 ambulant. Die zur Migros gehörende Medbase-Gruppe betreibt rund 40 «Medical Centers» und beschäftigt rund 240 Haus- und Spezialärzte sowie über 300 Therapeuten. 
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