SMS sagt: «Jetzt das Medi einnehmen»

Laut Schätzungen sollen sich 800'000 Menschen nicht an den Therapieplan halten. Der Volkswirtschaft soll das laut einer Studie 11 Milliarden Franken kosten.

, 25. Dezember 2017, 09:03
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In der Schweiz gibt es rund zwei Millionen chronisch kranke Menschen, die für 48 Milliarden Franken medizinische Leistungen beziehen. Offenbar gibt es nicht wenige, die die verordnete Therapie nicht befolgen. Laut Santésuisse sollen sich 40 Prozent der chronisch kranken Menschen nicht an ihren Behandlungsplan halten, schreibt der SonntagsBlick. Das wären in der Schweiz über 800’000 Menschen.
Der Schweizer Volkswirtschaft soll das jährlich elf Milliarden Franken kosten. Der Sontagsblick beruft sich auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung und des Strategieberaters «Booz & Company». Die Folgen der Therapieuntreue seien Zusatzuntersuchungen, Therapiewechsel, Notfallsituationen und Spitalaufenthalte.

«Bitte nehmen Sie ihre Medikamente ein»

Wie man das Problem wenn nicht lösen, doch wenigstens lindern könnte, kann man in drei Buchstaben zusammenfassen: SMS. «Ping», macht das Handy und im Display steht: «Bitte nehmen Sie ihre Medikamente ein». Laut Modellrechnungen von Santésuisse liessen sich damit 3,6 Milliarden Franken sparen. 
Nicht klar ist, wer der Absender der SMS sein soll. Aus naheliegenden Gründen müsste das der Arzt sein. Die Mediziner werden sich wohl nur dann dazu bereit erklären, wenn sie den Zusatzaufwand via Tarmed abrechnen können.  Möglich wäre laut Santésuisse, dass zusätzliche Versicherungsmodelle entwickelt würden, die das Prinzip der Therapietreue einfordern. 
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