SIWF: «Massiver Einbruch»

Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) erteilte 2016 markant weniger Facharzttitel und schreibt darum einen Verlust.

, 17. April 2017, 08:24
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Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) organisiert im Auftrag des Bundes die ärztliche Weiter- und Fortbildung. Es ist ein selbstständiges und unabhängiges Organ der Ärztevereinigung FMH. 
Für 2016 meldet das Institut einen «massiven Einbruch» der erteilten Facharzttitel: Wurden 2015 noch 1'743 Facharzttitel erteilt, waren es 2016 nur noch 1'302 - 441 weniger. 
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Anzahl erteilte Facharzttitel 2003-2016 (Quelle: Geschäftsbericht 2016 SIWF)

Zwei Gründe

Das SIWF nennt zwei Gründe für den Rückgang:
  • Bis Ende 2015 konnte der Facharzttitel «Allgemeine Innere Medizin» noch nach dem alten Programm «Allgemeinmedizin» erworben werden. Seit Anfang 2016 müssen die Bedingungen des neuen Programms erfüllt sein. 
  • Bis Ende 2015 konnten Titelgesuche noch auf dem alten System beantragt werden. Seither ist dies nur noch über das e-Logbuch möglich. 

Dies führte laut SIWF zu einer Rekordzahl im Jahr 2015 - mit entsprechender Kompensation im Folgejahr. 

Rote Zahlen

Da sich das SIWF allein über Gebühren finanziert, wirkt sich der Einbruch massiv finanziell aus. Die Erträge aus der Erteilung von Facharzttiteln sind innert Jahresfrist von 6,2 auf 4,6 Millionen Franken gesunken. 
Das Institut weist fürs Geschäftsjahr 2016 einen Verlust von 1,25 Millionen Franken aus. «Dank der angesparten Reserven ist der Verlust jedoch verkraftbar», heisst es. 
Da die Zahl der Assistenzärzte und der anerkannten Arztdiplome aus dem EU-Raum steigt, werde sich die Zahl der erteilten Facharzttitel mittelfristig wieder auf dem höheren Niveau einpendeln.
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