Plastische Chirurgie: Hansjörg Wyss spendet 20 Millionen Dollar

Der Schweizer Unternehmer Hansjörg Wyss unterstützt die NYU School of Medicine mit einer namhaften Summe. Sie ist Ausdruck seiner Bewunderung für den Chirurgen Eduardo Rodriguez, der das erste Gesicht transplantiert hat.

, 9. Oktober 2015, 08:00
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Hansjörg Wyss gehört zu den erfolgreichsten Unternehmern und den grössten Mäzenen der Schweiz. Er ist Gründer und Mastermind des Medizinaltechnikunternehmens Synthes, welches er vor vier Jahren an Johnson & Johnson verkaufte. 
Heute lebt der 80jährige im US-Bundesstaat Wyoming und unterstützt über seine Wyss Foundation auf der ganzen Welt neue Ideen und Technologien in Medizin, Bildung, Kunst und Umwelt. Das US-Magazin Forbes schätzt sein Vermögen auf 6,1 Milliarden Dollar.

Spektakuläre Gesichtstransplantation

Eduardo Rodriguez ist einer der renommiertesten plastischen Chirurgen der Welt. Im Jahr 2012 führte er im US-Bundesstaat Maryland eine der aufwändigsten und spektakulärsten Gesichtstransplantationen der Medizingeschichte durch. In einem 36stündigen OP-Marathon setzte er einem Amerikaner nach einem Kopfschuss ein vollständiges Gesicht ein, vom Haaransatz bis zum Hals. 
Die Wege von Wyss und Rodriguez trafen sich vor vielen Jahren, als Hansjörg Wyss auf den ambitionierten Chirurgen aufmerksam wurde. Die beiden teilen die gleiche Leidenschaft für plastische Chirurgie. Seit 2005 unterstützt Wyss Rodriguez' Forschungstätigkeit mit namhaften Beiträgen. 

Departement trägt neu Wyss' Namen

Als der Chirurg 2013 von der University of Maryland zum NUY Langone Medical Center der NYU School of Medicine wechselte und dort die Leitung des Departments of Plastic Surgery übernahm, zog sein Förderer mit. 
Nun zündet Wyss die nächste Sponsoring-Stufe und lässt Rodriguez' Wirkungskreis 20 Millionen Dollar zukommen. Im Gegenzug wird das Departement in «Wyss Department of Plastic Surgery» unbenannt. Es wird das erste namentlich benannte Departement der plastischen Chirurgie in den USA sein, aber nicht das erste nach Wyss benannte Institut (siehe unten «Die Wyss-Collection»).
«Ich kann mir keine verantwortungsvollere Möglichkeit vorstellen, um die Mission meiner Stiftung voranzutreiben, als das erstaunliche Werk von Dr. Rodriguez zu unterstützen», lässt sich Wyss in einer Mitteilung zitieren. 

Geld sorgt für Wachstum

Der Beschenkte wiederum ist überzeugt, dass «ein Geschenk dieser Grössenordnung uns einen neuen Wachstumsschub bringt.» Es erlaube unter anderem, neue Forschungsprojekte und klinische Studien in Angriff zu nehmen, neue Verfahren zu entwickeln und den akademischen Austausch voranzutreiben. 
Das 1955 gegründete Departement führt nach eigenen Angaben eines der weltweit breitesten Lehr- und Forschungsprogramme der plastischen Chirurgie. Die Expertise reicht von Gesichtschirurgie über Wiederherstellungschirurgie, kosmetische Chirurgie, Wundpflege und Handchirurgie. 
Die Wyss-Collection: 


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