Leukämie-Therapie: Basler entwickeln neue Strategie

Forscher des Unispitals Basel haben bei der Therapie von chronischen Leukämien einen weiteren Schritt gemacht. Dieser könnte die Behandlung wesentlich effektiver machen.

, 20. September 2021, 06:45
image
Bei chronischen Leukämien, wie etwa bei den myeloproliferative Neoplasien (MPN), wirkt die Standardtherapie mit modernen Inhibitoren nur beschränkt. 2019 fand ein Forschungs-Team rund um Professorin Sara Meyer von der Hämatologie des Universitätsspitals Basel (USB) und des Departements Biomedizin des USB und der Universität Basel eine Erklärung dafür: Das Standardmedikament Ruxolitinib blockiert nicht alle Signalwege innerhalb der Zellen, die unkontrolliertes Wachstum verursachen. Stattdessen besteht ein «molekularer Bypassmechanismus», der das Wachstum der Leukämiezellen unterhält. 
«Nun ist es gelungen, diesen genetisch oder pharmakologisch zu hemmen», schreibt das USB in seinem Communiqué. Die entsprechende Studie von Sara Meyer, Leitende Ärztin der Klinik für Hämatologie, und ihrem Forschungs-Team, wurden im Journal Leukemia (Nature) publiziert. Die neuen Erkenntnisse sind bereits in eine internationale Phase 1/2 Studie eingeflossen, was ihre Bedeutung für den künftigen klinischen Einsatz unterstreiche, heisst es weiter.

Der Therapieansatz

Der Therapie-Approach, den die Basler Forschenden entwickelt haben, setzt darauf, die Standardtherapie in bewährter Manier einzusetzen. Sie aber mit gezielten, neuen Inhibitoren zu ergänzen, um die neu entdeckten Resistenzwege zu überwinden. Dadurch wird die Wirksamkeit der Therapie deutlich erhöht. Insbesondere wird die Verfaserung des blutbildenden Knochenmarks (Knochenmarkfibrose) dieser Patienten durch den Therapie-Approach mit einer kombinierten JAK2- und ERK-Inhibition reduziert.
Zu den Studien-Details geht es hier
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Elektrische Chemotherapie sorgt im Kantonsspital Winterthur für Hoffnung

Als erstes Spital in der Schweiz behandelt das Kantonsspital Winterthur Wirbelmetastasen mit der neuartigen Elektrochemotherapie.

image

Zürcher Forschende entdecken neues Virus in Schweizer Zecken

Erstmals wurde der Erreger in China nachgewiesen. Nun ist das sogenannte Alongshan-Virus in der Schweiz aufgetaucht. Ein Diagnosetest ist in Erarbeitung.

image

Das sind die «Young Talents» der klinischen Forschung in der Schweiz

Der diesjährige «Young Talents in Clinical Research» unterstützt diese 14 jungen Ärztinnen und Ärzte aus Spitälern in der ganzen Schweiz.

image

Studie: Klarspüler beschädigt Schutzschicht des Darms

Professionelle Geschirr-Spülmaschinen sind mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Dies zeigen Forschende um die Universität Zürich.

image

Unispital Lausanne und Kernforscher entwickeln Super-Strahlengerät

Das Unispital Lausanne und die Kernforschungs-Einrichtung Cern haben grosse Pläne: In zwei Jahren wollen sie eine Weltneuheit in der Krebs-Strahlentherapie präsentieren.

image

Dieses Rüstzeugs fehlt den Gesundheitsfachpersonen

Eine Studie zeigt: Im Hinblick auf die Herausforderungen im Berufsalltag gibt es bei der Vermittlung von Kompetenzen an Schweizer Fachhochschulen Nachholbedarf.

Vom gleichen Autor

image

Notfallmediziner erwarten Kollaps und schlagen schweizweit Alarm

Covid, Grippe und RSV: Die Notfallstationen sehen sich in diesem Winter mit Bedingungen konfrontiert, die sie an den Rand des Kollapses bringen könnten.

image

Luks: Das sind die neuen Chefärzte der Radiologie und Nuklearmedizin

Das Luzerner Kantonsspital organisiert die Abteilung Radiologie und Nuklearmedizin neu. Zu Chefärzten ernannt wurden Thomas Treumann und Andreas Falk.

image

Föderation der Schweizer Psychologen erhebt beim BAG Beschwerde gegen Santésuisse

Grund für die Beschwerde: Der Krankenkassenverband weigert sich, die Leistungen von Psychotherapeuten in Weiterbildung zu übernehmen. Das gefährde den Beruf.