Übernahmekampf um die Linde: Es geht Zug um Zug

Erst bot Hirslanden den Besitzern der Bieler Klinik ein aufgebessertes Angebot von 3'100 Franken pro Aktie. Dann zog Swiss Medical Network auch nochmals nach.

, 20. Juni 2017, 12:00
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In einer neuen Offerte bot die Hirslanden-Gruppe der Aktionären der Privatklinik Linde in Biel am Dienstag 3‘100 pro Aktie in bar.
Das verbindliche Angebot gilt bis zum 22. Juni – also bis Donnerstag. Kommt die Übernahme der Mehrheit bis dahin zustande, so erhalten alle übrigen Aktionäre noch eine Nachfrist zur Annahme des Hirslanden-Angebots. 

«Privates Zentrumsspital in der Region»

«Wir sind uns sicher, dass der Zusammenschluss mit der Privatklinik Linde die beste Partnerschaft darstellt – für die Ärzteschaft, die Mitarbeitenden sowie für den Standort und die gesamte Region», schreiben CEO Ole Wiesinger und COO Daniel Liedtke in ihrem Brief an die Aktionäre. «Wir sind überzeugt, in Zusammenarbeit mit der bewährten aktuellen Führung und den Belegärzten die Privatklinik Linde in unserem Verbund rasch als das private Zentrumsspital in der Region positionieren und verankern zu können und nachhaltig für mehr Belegung zu sorgen.»
Hirslanden investiere jedes Jahr gegen 10 Prozent des Umsatzes in die Infrastruktur ihrer Kliniken, so ein weiteres Argument: Die Privatklinik Linde werde in diesem Verbund unmittelbar von verschiedenen Synergieeffekten profitieren können. 
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Wiesinger und Liedtke stellen aber auch klar, dass dies die letzte Offerte sei «Weitere Erhöhungen wird es seitens Hirslanden nicht geben.»
Im Verlauf des Dienstags zog dann Aevis Victoria ebenfalls noch ein bisschen nach: Das Barangebot von bislang 3'000 Franken wurde auf 3'100 Franken erhöht, also auf dasselbe Niveau wie bei Hirslanden. Als Alternative bietet die Mutter von Swiss Medical Network auch 3'200 in eigene Aktien. Man wolle verhindern, dass die «Linde»-Besitzer ihre Wahl «basierend auf finanziellen Überlegungen treffen müssen», so die Mitteilung.
Der Preis der Privatklinik Linde dürfte damit also definitiv in den Bereich von 100 bis 110 Millionen Franken gelangen.
Im Hintergrund steht ein regelrechtes Übernahmeduell der beiden grössten Privatklinik-Gruppen im Land. Erst bot Swiss Medical Network den Aktionären der «Linde» 2500 Franken pro Aktie. Dann griff Hirslanden ein und offerierte 3'000 Franken. Übers Wochenende ging das Rennen in die nächste Runde: Swiss Medical Network bot ebenfalls 3'000 Franken in bar oder 3'200 Franken in Aktien des Mutterhauses Aevis Victoria.

  • Mehr: «Das plant Hirslanden mit der Privatklinik Linde»

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