Insel Gruppe: Konkretere Proteste gegen Reorganisation

Das Pflegepersonal will in der Konzernleitung vertreten bleiben. Aktionen gegen den geplanten Umbau an der Spitze sind geplant.

, 18. Mai 2017 um 07:49
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«Insel-Personal wird protestieren», titelt heute «Der Bund» in Bern – und er vermeldet dazu, dass Protestaktionen bereits «beschlossene Sache» seien. 
Danach herrscht also dicke Luft in der grössten Spitalkonzern des Landes. Unter Pflegefachleuten wie beim medizinisch-technischen Personal wolle man den geplanten Umbau nicht akzeptieren.

Aus zwei mach eins

Worum geht es? Der Verwaltungsrat der Insel Gruppe plant eine neue Struktur, bei der einerseits eine Konzernleitung entstehen soll – andererseits sind darunter jeweils eigene Geschäftsleitungen für das Inselspital, für die Regionalspitäler sowie für Hotellerie & Reinigung geplant; hinzu kommt eine Insel Consulting AG.
Dem SBK Bern fiel in diesem Zusammenhang ein Punkt speziell ins Auge: In der neuen Konzernleitung würden dereinst die heutige Direktion Pflege/MTT (medizin-technische/therapeutische Bereiche) und die Ärztliche Direktion zusammengefasst. Diese neue Einheit «Medizin» würde dem Ärztlichen Direktor unterstellt, womit also die Pflege auf strategischer Ebene nicht mehr vertreten wäre. Als heikel erscheint den Personalvertretern zudem, dass die Medizin an der Konzernspitze mit einer Person weniger mitreden würde.

Überraschung!

Der «Bund» machte die Pläne letzte Woche publik, und offenbar erfuhren weite Kreise des Personals erst aus diesem Artikel von den Plänen, die der Insel-Verwaltungsrat Mitte April beschlossen hatte. Danach gab es empörte Leserbriefe sowie eine interne Aussprache, die offenbar die Wogen kaum dämpfen konnte. Denn wie der «Bund» nun meldet, seien erste Protestaktionen in der Belegschaften bereits beschlossen: Man wolle die Insel-Spitze damit überraschen.
Streiks seien noch nicht avisiert. Allerdings: «Erfahrungen aus anderen Spitälern zeigen, dass das Pflegepersonal durchaus bereit ist, zu streiken», so VPOD-Vertreterin Bettina Dauwalder in der Zeitung.
Entscheidend ist nun, wie Verwaltungsrat und Konzernleitung die weiteren Schritte planen. Ursprünglich sollte die neue Organisation schon im Juli in Kraft treten. Laut dem «Bund» kam es nun gestern zu einer Klausurtagung zum Thema.
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