Thurgau muss Patienten ausserkantonal verlegen

Das Spital Thurgau beklagt markanten Anstieg von Hospitalisationen. Die 22 Intensivpflegeplätze sind ausgeschöpft, die Hälfte davon mit Covid-Erkrankten.

, 28. August 2021, 12:27
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«Die Lage ist angespannt, der Trend besorgniserregend. Erste Patientinnen und Patienten mussten bereits ausserkantonal verlegt werden.» Dies schreibt die Spital Thurgau AG am Samstag in einer Medienmitteilung.
Schweizweit müssen aktuell über 30 Prozent der hospitalisierten CovidPatienten auf die Intensivstation verlegt werden. Dies führt nun auch in den Spitälern Frauenfeld und Münsterlingen zur Überlastung dieser Stationen.
Marc Kohler, CEO der Spital Thurgau AG: «Die Solidarität unter den Spitälern spielt heute gut, allerdings ist die Situation in allen Kantonen inzwischen identlich heikel. 

Das Problem sind nicht die Betten; es fehlt am Personal

Laut Kohler sind die Engpässe nicht bei den Betten oder den Atmungsgeräten zu suchen. «Es ist schlicht zu wenig Fachpersonal vorhanden, um weitere Betten zu betreiben», ist in der Mitteilung zu lesen. 
Die Auslastung auf den beiden Intensivstationen in Münsterlingen und Frauenfeld sei kritisch geworden, da neben den Covid- auch andere Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen aufgenommen und dringend behandelt werden müssten.
Laut Communiqué kommt auch der Betrieb auf den Normalstationen als Folge der sehr aufwändigen Pflege der Covid-Erkrankten an die Grenzen. So hat das Spital Thurgau für sämtliche ihrer Standorte ab Montag, 30. August 2021, verbindlich die Zertifikatspflicht für alle Patientinnen, Patienten und Besucherinnen, Besucher, sowie weitere interne Vorkehrungen zur Bewältigung der angespannten Situation eingeführt.
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