Herzprobleme nach Corona-Impfung sind sehr selten

Nach Impfungen gegen das Coronavirus kommt es in der Schweiz «sehr selten» zu einer Myokarditis oder Perikarditis. Die Hersteller aktualisieren nun die «Warnhinweise».

, 13. August 2021, 07:29
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Weltweit werden entzündliche Erkrankungen des Herzes wie Myokarditis und Perikarditis in Verbindung mit den Covid-19 Impfstoffen der Firmen Moderna und Pfizer beschrieben. Die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte hat nun alle verfügbaren Daten überprüft. Fazit: «Sehr selten» traten primär innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung Fälle auf, und zwar häufiger nach der zweiten Dosis und bei jüngeren Männern. 
Das Heilmittelinstitut Swissmedic ist dabei zu dem Schluss gekommen, dass zwischen Covid-19 mRNA Impfstoffen und Myokarditis und Perikarditis «zumindest möglicherweise ein kausaler Zusammenhang bestehen könnte». Dies geht aus einem aktuellen Schreiben an Fachpersonen hervor. 

Das mittlere Alter der Betroffenen ist 45 Jahre  

In der Schweiz wurden bislang im Zusammenhang mit Covid-19 Impfstoffen 40 Fall-Meldungen über Myokarditis und/oder Perikarditis gemeldet und ausgewertet. Die Meldungen betreffen 7 Frauen und 31 Männer, in zwei Fällen ist das Geschlecht nicht bekannt. Das mittlere Alter liegt bei 45.5 Jahre; die Altersspanne zwischen 18 und 88 Jahre. Neun Meldungen betreffen Comirnaty und 30 Meldungen den Covid-19 Impfstoff von Moderna, einmal fehlt diese Angabe. 
Zum Vergleich: Bis zum 19. Juli 2021 wurden in der Schweiz rund 5.7 Millionen Dosen Covid-19 Vaccine Moderna und 2.9 Millionen Dosen Comirnaty verabreicht. Die Fälle von Myokarditis und/oder Perikarditis betreffen damit eine Person auf 190'000 Impfungen bei Moderna und eine Person auf rund 322'000 Impfungen bei Comirnaty.  

Nutzen überwiege die Risiken weiterhin 

Die vorliegende Daten lassen ausserdem vermuten, dass der Verlauf von Myokarditis und Perikarditis nach der Impfung ähnlich ist wie der Verlauf der beiden entzündlichen Erkrankungen des Herzes im Allgemeinen. Fachpersonen sollten deshalb Personen darauf hinweisen, im Falle von Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Palpitationen sofort medizinische Beratung und Hilfe einzuholen.
Moderna und Pfizer aktualisieren nun die Rubriken «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen». «Der Nutzen der Impfung überwiegt aber weiterhin alle möglichen Risiken», halten die beiden medizinischen Direktoren Martina Bock (Moderna) und Rahel Troxler Saxer (Pfizer) im Firmenschreiben fest. 
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