ETH-Forscher entwickeln Diagnosegerät für Ebola

Wissenschaftler der EPFL Lausanne arbeiten an einem tragbaren Vor-Ort-Diagnosetest. Damit wollen die Forscher Krankheiten wie Ebola-Infektionen nachweisen – rasch, genau und kostengünstig.

, 23. Februar 2016 um 09:36
image
  • eth
  • forschung
  • ebola
  • sebastian maerkl
An der École Polytechnique Fédérale (EPFL) in Lausannen tüfteln Forscher an einer neuen mikrofluidischen Diagnostikeinrichtung. Dies schreibt die Hochschule in einer Mitteilung.
Die Erfindung besteht aus einem tragbaren Gerät im Akkubetrieb. Damit wollen die Wissenschaftler Krankheiten mittels verschiedenen Biomarkern (Enzyme, Proteine, Hormone etc.) in sehr kleinen Mengen Blut nachweisen. Ein Blutstropfen von weniger als 0,005 Milliliter genüge.

Digital-Erkennung und analoge Messungen

Das Gerät haben die Forscher laut der Mitteilung bereits erfolgreich auf das Ebola-Virus getestet. Die EPFL-Leute konnten dabei das Virus bei symptomatischen und asymptomatischen Patienten nachweisen. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler in einer Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins «ACS Nano» veröffentlicht. 
Die tragbare Diagnose-Plattform verwendet zur Erkennung sowohl analoge als auch digitale Mechanismen. Das sei einzigartig, schreiben die Forscher. Ausserdem sei keine Vorbehandlung der Blutproben notwendig. «Das ist für Forscher sehr interessant», sagte Francesco Piraino, Hauptautor des Artikels.

Epidemien und Pandemien überwachen

Das Diagnosegerät soll vor allem nützlich für medizinisches Personal in Entwicklungsländern mit begrenzten Gesundheitseinrichtungen sein. Ein entscheidender Vorteil sei dabei, dass es keine sperrige Ausrüstung erfordere.
Die Plattform könnte ausserdem helfen, Seuchen und Krankheitsausbrüche in abgelegenen Regionen zu überwachen. In einem nächsten Schritt soll das Gerät weitere Krankheiten diagnostizieren und genaue Informationen über das Stadium einer Krankheit liefern. 
Federführend für die Entwicklung ist das Laboratory of Biological Network Characterization (LBNC) unter der Leitung von Sebastian Maerkl.
Francesco Piraino, Francesca Volpetti, Craig Watson, und Sebastian J. Maerkl. «A Digital–Analog Microfluidic Platform for Patient-Centric Multiplexed Biomarker Diagnostics of Ultralow Volume Samples», in: ACS Nano, Februar 2016.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Schweizer Hoffnung in der Krebsmedizin

Ein neues Medikament gegen das unheilbare Glioblastom schafft Hoffnung: bei manchen Patienten schrumpfte der Tumor um bis zu 90 Prozent.

image

Einseitige Impfung wirksamer? Studie wirft neues Licht auf Impfstrategien

Eine neue Studie kommt zu überraschenden Ergebnissen: Mehrfachimpfungen im selben Arm bieten einen besseren Schutz.

image

Epilepsie: Neue Folsäure-Empfehlung für Schwangere soll Krebsrisiko senken

Die Schweizerische Epilepsie-Liga empfiehlt, die tägliche Folsäure-Dosis von bisher vier bis fünf auf ein bis drei Milligramm zu reduzieren.

image

Brustkrebs-Screening im Alter birgt Risiko von Überdiagnosen

Eine Studie der Yale Medical School zeigt: Bei Frauen ab 70 Jahren, die eine Mammographien erhielten, wurden häufiger gesundheitlich unbedenkliche Tumore diagnostiziert als bei Frauen, die nicht an der Früherkennung teilnahmen.

image

Aargau will Med- und Health-Tech auf neues Niveau heben

Mit einem Projekt setzen das Kantonsspital Baden, die Stadt Baden und der Kanton Aargau neue Impulse für Innovationen in Medizin und Gesundheitstechnologie.

image

ETH bekämpft Blasenentzündungen mit Hilfe von Viren

Forschende der ETH Zürich entwickeln neuartige Phagentherapie gegen Antibiotika-Resistenzen bei Blasenentzündungen.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.