«Es ist zu befürchten, dass die Situation aus dem Ruder läuft»

Die Intensivpflegebetten sind auch im Kanton Zürich zu über 90 Prozent belegt. Die Spitäler schlagen nun Alarm, denn die Situation sei «unerträglich».

, 3. September 2021, 08:53
image
  • spital
  • coronavirus
  • intensivbetten
Die aktuell 70 Covid-19 Patientinnen und Patienten im Kanton Zürich machen bereits wieder mehr als einen Drittel auf den Intensivstationen aus – wie in vielen anderen Kantonen auch. Somit ist das Niveau vom letzten Winter bald wieder erreicht, wie der Verband der Zürcher Krankenhäuser (VZK) am Freitag mitteilt. Das sei früher als erwartet.  
Als «besorgniserregend» bezeichnet der Verband die rasche Zunahme auf den Intensivstationen. Und neun von zehn Covid-19 Patienten auf der Intensivstation seien ungeimpft. 
Die im Vergleich zu den letzten Wellen jüngeren Covid-19 Patienten liegen gemäss VZK zudem viel länger auf der IPS als andere und müssen intensiv medizinisch behandelt werden. Folgeschäden seien bei den meisten wegen der schweren Erkrankung zu befürchten.
image
Christian Schär, Präsident des VZK (PD)

«Sich dringend impfen lassen»

Aufgrund der langanhaltenden Covid-19-Belastung und infolge Personalknappheit werde es immer schwieriger, die Intensivbetten zu betreiben, heisst es weiter. Bereits müssten viele Behandlungen von Non-Covid-19 Patientinnen und Patienten wieder verschoben werden, um die Versorgung sicherzustellen. Somit sei auch hier wieder zu erwarten, dass es Personen geben werde, die aufgrund dieser Verschiebungen mit Folgeschäden zu rechnen hätten.
Für die die betroffenen Patientinnen und Patienten und die Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen ist diese Situation unerträglich, wie der Verband schreibt. «Es ist zu befürchten, dass die Situation aus dem Ruder läuft und die gewohnte Behandlungsqualität nicht mehr gewährleistet werden kann», sagt VZK-Präsident Christian Schär. 

Covid-Zertifikatspflicht für Besuchende 

Um dies zu vermeiden, appellieren die Zürcher Spitäler darum an die Bevölkerung, sich dringend impfen zu lassen. Nur so könnten schwere Verläufe der Covid-19 Erkrankung und die Überlastung des Gesundheitswesens vermieden werden.

Um die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sicherzustellen, werden mehrere Zürcher Spitäler in den nächsten Tagen ausserdem nun die Covid-Zertifikatspflicht für Besuchende einführen, steht in der Mitteilung weiter zu lesen. 

Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Annette Ciurea verlässt das Spital Männdorf

Die Ärztin wechselt in die Geschäftsleitung von Age Medical. Dort soll sie mitunter Angebote rund um die Palliative Geriatrie weiterentwickeln.

image

Freiburg: Das ist der neue Leiter Innere Medizin

Julien Vaucher wird Leiter des Departements Innere Medizin und Fachbereiche am Freiburger Spital. Heute herrscht dort eine Leitung ad interim.

image

Viren-Alarm: Forscher entwickeln Maske, die Corona erkennt

Chinesische Wissenschaftler haben eine Gesichtsmaske erschaffen, die drei Virentypen, darunter Sars-CoV-2, aus der Luft nachweist und den Nutzer warnt.

image

Badener Spital will bessere Luft in seinen Zimmern

Dazu werden am Kantonsspital Baden im Rahmen eines Pilotprojekts neuartige Filteranlagen getestet. Ziel ist es, das Infektionsrisiko zu reduzieren.

image

Auf der Oktoberfest-Wiesn steht sogar ein Computer-Tomograph

Das Münchner Oktoberfest 2022 bietet weltweit erstmalig auf einem Volksfest eine derartige medizinische Untersuchung an.

image

Inflation: Schweizer Spitäler fordern teuerungsangepasste Tarife

Höhere Energiekosten und höhere Kosten für Materialen des täglichen Bedarfs belasten die Rechnungen der Spitäler zusätzlich.

Vom gleichen Autor

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.

image

Ärzte greifen während Arbeit zu Alkohol und Drogen

Da die Belastung im Gesundheitswesen hoch ist, erscheinen offenbar Ärzte sogar betrunken oder high zur Arbeit. Dies zumindest geht aus einer Umfrage aus den USA hervor.

image

Ist Mikroplastik im Blut eine Gefahr für die Gesundheit?

Die Basler Nationalrätin Sarah Wyss will wissen, welchen Einfluss Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit hat. Hier die offizielle Antwort des Bundesrates.