Senkt das EPD wirklich Verwaltungs-Kosten?

Eigentlich sollen elektronische Gesundheitsakten die Effizienz steigern. Eine US-Studie dämpft jetzt aber allerlei Hoffnungen.

, 28. Februar 2018, 08:00
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Die elektronische Patientenakte soll vieles bringen – unter anderem soll sie zu effizienteren Abläufen beitragen und damit helfen, die Kosten zu senken.
So der Anspruch. Ökonomen der Harvard Business School und der Duke University wollten nun überprüfen, wie sehr sich die Rechnungsstellung vereinfachen lässt durch elektronische Gesundheitsakten.
Ihr Ergebnis: Gar nicht. Das Team eruierte Kosten für die Bearbeitung einer einzelnen Rechnung, die von 20 US-Dollar für eine medizinische Erstversorgung bis zu 215 Dollar für einen stationären Aufenthalt nach einem chirurgischen Eingriff reichten.
Oder anders: Alleine die Verrechnung kann bis zu 25 Prozent des Gesamtbetrages einer Behandlung ausmachen. Bezahlt der Patient indes direkt per Kreditkarte, sind es nur zwei Prozent. 
Phillip Tseng, Robert S. Kaplan, Barak D. Richman, Mahek A. Shah, Kevin A. Schulman: «Administrative Costs Associated With Physician Billing and Insurance-Related Activities at an Academic Health Care System», in: JAMA / «Journal of the American Medical Association», Februar 2018
Natürlich sind die amerikanischen Verhältnisse speziell und keineswegs übertragbar. Dennoch scheint es bemerkenswert, dass die Kosten für die Rechnungstellung für einen Leistungserbringer bei etwa 100'000 Dollar liegen – pro Provider eines EPD. Dies ein weiteres Fazit der Studie.
Die Autoren überprüften die Kosten bei fünf verschiedenen Behandlungsarten im Rahmen eines Universitäts-Systems – Notfall-Aufnahmen, Besuche bei einem Allgemeinpraktiker, ambulante chirurgische Eingriffe sowie medizinische sowie chirurgische stationäre Behandlungen.  
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