E-Health: Apotheker setzen aufs gleiche System die wie Ärzte

Oder genauer: Die Apotheker-Genossenschaft Ofac gründet eine Stammgemeinschaft, zugleich kommt die ärzteeigenen Plattform AD Swiss. Und beide werden nun vom IT-Unternehmen Bint realisiert.

, 31. Oktober 2015, 23:00
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Im September meldete Ofac,die Berufsgenossenschaft der Apotheker, dass sie eine nationale Stammgemeinschaft gründen will. Eingeladen seien auch andere Pflegedienstleister, Institutionen oder Einrichtungen, sagte Ofac-Generaldirektor Mario Magada bei der Ankündigung in Lugano.
Die Apotheker gründen damit also eine so genannte Affinity Domain, welche wiederum mit anderen Gemeinschaften – ob national oder kantonal – kompatibel sein wird.

Technologiepartner und Technologiepartner

Konkret heisst das auch, dass die Apotheken-Stammgemeinschaft für die Patienten zu einem Tor zu ihrem persönlichen Dossier wird: Sie werden über das Ofac-Portal auf ihr EPD zugreifen können, es dort verwalten und mit Gesundheitsdaten ergänzen – auch mithilfe von verbundenen Tools wie Blutdruck-Messgeräten oder Thermometern.
Nun wird bekannt, dass Ofac das IT-Architektur-Unternehmen Bint in Winterthur als Technologiepartner für ihre Stammgemeinschaft gewählt hat.
Bint ist ein Business Integrator mit Fokus in eHealth. Das Unternehmen hat daneben bereits den Auftrag, AD Swiss zu realisieren – also eine andere nationale eHealthSuisse/IHE-konforme Kommunikationsplattform.

Zugang via HIN-Identität

Hinter AD Swiss steht bekanntlich HIN – also die Health Info Net AG der Ärzteschaft. Das Unternehmen will ebenfalls eine eigene Basis-Austauschinfrastruktur für Ärzte, Pflegende und Therapeuten bereitstellen: Alle Gesundheitsfachleute mit einer HIN-Adresse sollen dereinst Zugang zur E-Health-Dossier-Austauschplattform von AD Swiss erhalten.
Auf der Technologie von Bint – genannt BINTmed Affinity Domain – ist zudem bereits seit 2013 im Austausch-System «Ponte Vecchio» des Gesundheitsrings St.Gallen im Einsatz.
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