Das sind die «effizientesten» Krankenkassen

Gleich zwei regionale Krankenkassen weisen die tiefsten Aufwände für die Verwaltung aus. Rang drei auf der Comparis-Rangliste der effizientesten Kassen belegt ein grosser Versicherer.

, 15. November 2018 um 06:38
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Gewinner des diesjährigen Comparis Effizienz-Preises ist die regional tätige Krankenkasse Luzerner Hinterland. Der Anteil der Verwaltungskosten liegt bei 2,9 Prozent des Prämienvolumens.
An zweiter Stelle folgt die ebenfalls regional tätige Sumiswalder Krankenkasse mit 3,2 Prozent. Den dritten Rang belegt die national tätige CSS mit 3,3 Prozent.
1. Krankenkasse Luzerner Hinterland: 2,9 Prozent (regional)
2. Sumiswalder Krankenkasse: 3,2 Prozent (regional)
3. CSS Kranken-Versicherung: 3,3 Prozent (national)
4. Visana: 3,4 Prozent (national)
4. Atupri Gesundheitsversicherung: 3,4 Prozent (national)
5. Easy Sana Krankenversicherung AG: 3,5 Prozent (national)
5. Sodalis Gesundheitsgruppe: 3,5 Prozent (regional)
6. Avenir Krankenversicherung AG: 3,6 Prozent (national)
6. Philos Krankenversicherung AG: 3,6 Prozent (national)
6. Mutuel Krankenversicherung AG: 3,6 Prozent (national)
7. Galenos Kranken- u. Unfallversicherung: 3,7 Prozent (national)
8. Krankenkasse Stoffel, Mels: 3,8 Prozent (regional)
9. Rhenusana: 4 Prozent (national)
9. Vivacare AG: 4 Prozent (national)

«Kassenwettbewerb funktioniert»

«Die bestplatzierten Kassen zeigen, dass grosse und kleine Anbieter im Wettbewerb um Effizienz und Servicequalität erfolgreich sind», wird Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly von Comparis in der Mitteilung zitiert. 
Dass die Krankenkassen ihren Verwaltungsaufwand trotz zunehmender Regulierungsbürokratie im Vergleich zu den Prämien ohne schlechtere Kundenzufriedenheit weiter senken, spricht laut comparis für den funktionierenden Kassenwettbewerb. 

Im Schnitt 4,7 Prozent

Der Online-Vergleichsdienst verleiht den Effizienz-Preis bereits zum sechsten Mal. Im Durchschnitt geben die Krankenkassen 4,7 Prozent der Prämien für ihre eigene Verwaltungstätigkeit aus. 

So wurde gemessen

Als effizient gilt eine Krankenkasse, wenn sie von allen Kassen im ersten Viertel platziert ist, also zum Quartil mit den tiefsten Verwaltungskosten gehört. Gemessen wird der prozentuelle Anteil der Verwaltungskosten am Prämienvolumen abzüglich des Risikoausgleichs. Für das Jahr 2017 liegt die Grenze bei 4,03 Prozent der Prämien. Die Zahlen beruhen auf den neusten offiziellen Aufsichtsdaten für die Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedes Jahr veröffentlicht.
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