Covid-Nadel zweifach verwendet? Spital nimmt Stellung

In der «Impf-Box Spital Burgdorf» ist es letzte Woche zu einem gravierenden Zwischenfall gekommen: Womöglich wurden zwei Personen mit der selben Spritze gegen Covid geimpft.

, 8. November 2021, 12:04
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«Es ist möglich, dass eine Covid-Impfspritze zweimal benutzt wurde. Die betroffenen Personen wurden nach dem Verdacht sofort kontaktiert», schreibt das Spital Emmental in einer Stellungnahme von heute Montag. Dieser Verdacht sei überaus bedauerlich. 

Was geschah, das Spital berichtet: 

Letzte Woche hat sich eine junge Person (Person A) in Burgdorf gegen Corona impfen lassen. Nachdem sie die Impfung erhalten hatte, wurde sie in den Wartebereich begleitet, und die Koje wurde für den nächsten Impftermin vorbereitet – dies fand erst statt, nachdem Person A das Impfzentrum bereits verlassen hatte. 
Bei der nachfolgend geimpften Person (Person B) wurde festgestellt, dass die Spritze leer war. Nach über 100'000 Impfungen ist dies der erste solche Fall. Alle Spritzen für die Covid-Impfungen werden in einem separaten Raum vorbereitet und später in die Impf-Kojen gebracht, wo sie von anderen Pflegefachkräften oder von Medizinischen Praxisassistentinnen verimpft werden. 
Laut Mitteilung gibt es zwei Möglichkeiten, weshalb die Spritze bei besagtem Vorfall leer war: 

  • 1. Entweder wurde sie gar nie aufgezogen, sondern als leere Spritze in die Impfkoje gebracht.
  • 2. Die Spritze, mit der das Mädchen geimpft worden war, wurde nicht fachgemäss entsorgt, sondern zurück auf das Medikamententablett gelegt. 

Es stehe zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest, ob die gebrauchte Spritze zwei Mal verwendet wurde oder nicht. Weil unklar gewesen sei, weshalb die Spritze leer war, sei das Standardprozedere zu Stichverletzungen durchgeführt worden. 
Der Leiter des Impfzentrums hat die Betroffenen telefonisch kontaktiert, ihnen den Verdacht geschildert und sie gebeten, für eine Blutentnahme ins Spital zu kommen. 
Diese Blutentnahme ist auf freiwilliger Basis erfolgt und hat für die Betroffenen keine Kostenfolgen, so das Spital. Die betroffenen Personen wurden auf Hepatitis B, Hepatitis C und HIV getestet. 
Die beiden Personen haben das Ergebnis bereits erhalten. «Darüber, ob dieses bedauerliche Versehen Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Personen hat, darf das Spital Emmental keine Auskunft geben», so die Medienabteilung des Spitals auf Anfrage von Medinside.
Aktuell werden die internen Prozesse überprüft. Wie das Nachrichtenportal 20-Minuten berichtet, hat der Vater einen Anwalt des 15-jährigen Mädchens einen Anwalt eingeschaltet. 
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