Corona-Massnahmen in Schulen: Was Kinderärzte empfehlen

Die Offenhaltung der Schulen bleibt auch für die Pädiaterverbände das wichtigste Ziel. Sie empfehlen stattdessen angemessene Belüftung, regelmässige Tests und eine breite und schnelle Einführung der Covid-Kinderimpfung.

, 3. Januar 2022, 08:13
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Angesichts der Ansteckungsfähigkeit der zirkulierenden Covid-Varianten werden alle Kinder irgendwann mit dem Virus in Kontakt kommen. Alle ungeimpften Kinder und viele geimpfte Kinder werden früher oder später infiziert werden. Dies schreibt die Covid-19 Science Task Force in einer gemeinsamen Stellungnahme mit den Verbänden Pädiatrie und Kinderärzte Schweiz.
Die wichtigsten Akteure der Schweizer Kindermedizin sind sich einig, dass die Offenhaltung der Schulen «das wichtigste Ziel bleibt, um die Unterbrüche der Bildung und der sozialen Kontakte der Kinder zu vermeiden.»

Auf diese Grundsätze weisen die Kinderärzte hin

Es sei aber wichtig, dass in den Schulen Massnahmen getroffen werden, um die Viruszirkulation zu begrenzen. Diese können die Zahl der Infektionen begrenzen und so die Chancen erhöhen, dass Kinder, deren Eltern sie impfen lassen wollen, die Möglichkeit haben, zwei Dosen zu erhalten, bevor sie mit dem Virus in Kontakt kommen. 
Es sind die folgenden fünf Massnahmen, welche die Kinderärzte empfehlen: 
  • 1. Luftqualität/CO2-Sensoren: Die konsequente Belüftung von Klassenzimmern und anderen Innenräumen in Schulen ist der Kinderärzteschaft zufolge ein wichtiges Mittel, um die «aerosolbasierte Übertragung» einzudämmen. Sogenannte CO2-Monitore könnten bei der Belüftung helfen: Sie seien in den allermeisten Situationen ein einfaches, kostengünstiges Hilfsmittel, um eine gute Raumluftqualität sicherzustellen und das Übertragungsrisiko gering zu halten. Allerdings sollten bei hoher Inzidenz das Tragen von Masken auch in gut belüfteten Umgebungen in Betracht gezogen werden.
  • 2. Regelmässig wiederholte Tests bei asymptomatischen Kindern: Forschungen haben gezeigt, dass wiederholte Tests in Schulen die Übertragungsketten unterbrechen und die Gesamtzahl der COVID-19-Fälle in einer Klasse/Schule verringern kann. Dadurch verringert sich gemäss Stellungnahme die Wahrscheinlichkeit, dass eine Klasse/Schule geschlossen werden muss und der Unterricht unterbrochen wird. Diese sollten mindestens einmal pro Woche und so viele Kinder wie möglich in einer Klasse einbeziehen. 
  • 3. Umgang mit symptomatischen Kindern: Es ist, wie die Kinderärztinnen und Kinderärzte weiter schreiben, in dieser Zeit der hohen Verbreitung weiterhin sehr wichtig, dass symptomatische Kinder zu Hause bleiben, unabhängig von der zirkulierenden Virusvariante. Ein negativer RT-PCR könnte eine frühzeitige Rückkehr in die Schule ermöglichen.
  • 4. Impfung für Kinder: Es ist wichtig, dass die Impfung für die 5-11-Jährigen breit und schnell eingeführt wird, wie im Papier zu lesen steht: Je schneller die Kinder geimpft werden, desto schneller wird dies dazu beitragen, die Viruszirkulation unter den Kindern und die daraus resultierende Störung des Alltags der Kinder zu begrenzen. Die mRNA-Impfstoffe haben sich bei Kindern im Alter von 5-11 Jahren und bei Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren als «sicher und hoch immunogen» erwiesen. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) empfiehlt eine universale Impfung der 12-17-Jährigen. Bislang sind über 40 Prozent der Bevölkerung im Alter von 12-15 Jahren doppelt geimpft. Seit Mitte Dezember 2021 wird ebenfalls die Impfung der 5-11-Jährigen empfohlen, wenn Eltern dies wünschen, insbesondere derjenigen mit chronischen Krankheiten oder derjenigen, die Kontakt zu gefährdeten Personen haben.
  • 5. Verlängerung der Schulferien: Das Virus zirkuliert derzeit in Bildungseinrichtungen besonders stark.Von einigen Experten wurde daher vorgeschlagen, Schulen vor und nach den Weihnachtsferien länger geschlossen zu halten. Angesichts der suboptimalen Durchimpfungsrate in der Schweiz wäre eine Verlängerung der Schulferien gemäss den Kinderärzten nur dann sinnvoll, wenn ähnliche Massnahmen in der erwachsenen Bevölkerung zur Eindämmung der aktuellen Epidemie umgesetzt würden – inklusive einer starken Mobilitätseinschränkung oder als Teil einer generellen Strategie strengerer Schutzmassnahmen für Schulen.

Omikron-Verläufe bei Kindern noch unklar 

Die Delta-Variante hat in den vergangenen Wochen einen massiven Anstieg der Infektionen in den jüngsten Altersgruppen verursacht. Gemäss Stellungnahme der Covid-19 Science Task Force und den Verbänden Pädiatrie und Kinderärzte Schweiz wurde bei der Delta-Variante aber keine schwerere akute Erkrankung bei Kindern beobachtet. Es sei indes noch unklar, ob die Omikron-Variante bei Kindern schwerere Krankheitsverläufe verursache als die zuvor zirkulierenden Varianten.


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