1'500'000'000'000 Dollar für Medikamente

Die globalen Medikamentenausgaben erreichen in den nächsten fünf Jahren die magische Marke von 1,5 Billionen Dollar. Die Zahl der Neuzulassungen steigt auf jährlich 45 – auch dies ein Rekord.

, 8. Dezember 2016 um 11:00
image
  • medikamente
  • pharma
  • wirtschaft
Die weltweiten Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente werden bis 2021 die Rekordmarke von 1,5 Billionen Dollar erreichen. Das Wachstum wird befeuert durch innovative Therapien gegen Krebs, Diabetes und Autoimmunkrankheiten in den Industrieländern. Dies besagt der neuste Report der renommierten Pharmamarktforscher von Quintiles IMS
Die Wachstumsraten schwächen sich etwas ab, auf jährlich zwischen 4 und 7 Prozent. In den Jahren 2014 und 2015 lagen die Zuwächse bei 9 Prozent. Sie waren bedingt durch die steigende Nachfrage nach neuen – und teuren – Hepatitis-C-Medikamenten. 
image
Weltweite Ausgaben für Medikamente (Quelle: Quintiles IMS)

Europa wächst schwächer

«Nach zwei Jahren mit unerwartet hohen Zuwachsraten wird sich das Wachstum auf einem nachhaltigen und ausgewogenen Level einpendeln. Versorger und Versicherer werden in der Lage sein, die Nachfrage managen können», sagt Murray Aitken, Direktor von Quintiles IMS, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Rund die Hälfte der Zunahme entfällt auf den weltweit grössten Pharmamarkt USA. In Europa dagegen werden die Medikamentenausgaben in den kommenden fünf Jahren nur noch um 1 bis 4 Prozent steigen. «Das Wirtschaftswachstum ist in ganz Europa relativ schwach», so Aitken, «dies drückt auf die Gesundheitsausgaben und die Medikamentenbudgets».

Gefüllte Pipelines

An Nachschub mangelt es nicht; die Pipelines der Pharmaindustrie sind prall gefüllt: Der Report prognostiziert durchschnittlich 45 Neuzulassungen pro Jahr, ein historischer Rekord. Derzeit befinden sich 2'240 Medikamente in den letzten Phasen der Entwicklung. Es handelt sich primär um Therapien gegen Krebs, Autoimmunkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. 
image
In den Pipelines befinden sich viele Krebsmedikamente (Quelle: Quintiles IMS)

Günstigere Biosimilars

Viele neue Therapien werden teurer sein als die alten, aber das Kostenwachstum wird teilweise durch auslaufende Patente und damit die Ablösung durch günstigere Nachahmerprodukte abgeschwächt. Vor allem kommen zunehmend Biosimilars - also Generika von gentechnologisch hergestellten Arzneien - auf den Markt.
Auch die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Märkten wie China, Brasilien und Russland wird das Kostenwachstum bremsen. Für China beispielsweise wird ein Rückgang der Wachstumsrate von 14 Prozent in den vergangenen fünf Jahren auf weniger als 7 Prozent erwartet.  
«Outlook for Global Medicines through 2021» - Quintiles IMS, Dezember 2016
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Viktor 2023: «Für mich ist es stets ein Highlight, Zeuge dieser Würdigung zu sein»

Johnson & Johnson unterstützt den Viktor Award seit seiner Geburtsstunde. «Die Werte passen zueinander», sagt Thomas Moser, Head External Communication J&J.

image

Swissmedic: 41 neue Wirkstoffe für die Schweiz

Hinzu kamen letztes Jahr 65 Indikationserweiterungen.

image

Medikamentenmarkt: Preissenkungen dämpfen Wachstum

Rekordhoch für Generika. Wachstumsplus für Biosimilars, Krebstherapien sowie Medikamente gegen Autoimmunerkrankungen.

image

«Man kriegt die volle Reichweite – und kommt zugleich in alle Nischen»

Seit Mitte Januar arbeiten Medinside Jobs und med-jobs.com zusammen. Fürs Employer Branding entsteht eine starke Kommunikations-Drehscheibe. Was sie bietet, sagt Stephan Meier-Koll, Head of Sales Medinside.

image

Immer mehr Pillen – und immer mehr Komplementär-Medizin

Der Gebrauch von Schmerzmitteln hat sich in den letzten drei Jahrzehnten verdoppelt. Der Gebrauch von Physiotherapie ebenfalls. Und so weiter.

image
In eigener Sache

«Ein Rundum-Paket für alle Themen und Zielgruppen»

Seit 15. Januar gehört Medinside zu just-medical!. Damit entsteht ein neues Kommunikations-Kraftwerk im Gesundheitswesen. Was heisst das konkret? Ein Interview mit just-medical!-Gründer Matthijs Ouwerkerk.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.