Forschende des Universitätsspitals Basel (USB) haben eine schonendere Methode zur Entfernung von Tumorzellen bei Brustkrebs entwickelt. Die neue Operationstechnik wurde nun in der internationalen «Taxis-Studie» untersucht. Die «fokussierte Axillachirurgie» (tailored axillary surgery) genannte Methode zielt darauf ab, nur die befallenen Lymphknoten gezielt zu operieren, anstatt alle Lymphknoten in der Achselhöhle durch Axilladissektion chirurgisch zu entfernen. Bei der neuen OP-Technik kommen moderne bildgebende Verfahren und das Ertasten während der OP zum Einsatz.
Die Studie des USB-Forscherteams um Walter P. Weber zeigt, dass diese weniger radikale Methode die Wirksamkeit der Ganzkörperbehandlung mit Chemotherapie, Anti-Hormontherapie und zielgerichteten Anti-Tumor-Medikamenten nicht beeinträchtigt. Für rund ein Viertel der Patienten hat die herkömmliche Axilladissektion erhebliche Folgen wie Lymphödem, Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen.
Weniger Lymphknoten entfernt und dennoch wirkungsvoll
Obwohl bei der neuen Brustkrebs-OP-Technik nur wenige Lymphknoten entfernt wurden, im Durchschnitt waren es 5, waren die Ergebnisse vergleichbar mit der herkömmlichen radikalen Methode (Median = 18 entfernte Lymphknoten). Der entscheidende Vorteil für die Betroffenen liege in einem deutlich kleineren chirurgischen Eingriff mit geringerem Nebenwirkungsrisiko.
Die Ergebnisse der soeben im Fachjournal «Jama Surgery» verfassten Studie mit den ersten 500 Teilnehmenden sind von grosser Bedeutung, weil sie uns zeigen, dass die höchst-effektive Ganzkörperbehandlung durch eine weniger radikale Operation nicht verändert wird, sagt Studienleiter Walter P. Weber, Chefarzt der Brustchirurgie des Universitätsspitals Basel.