Insel Gruppe: Überraschend positives zweites Halbjahr

Im Spitalbetrieb meldet der Berner Konzern einen Jahresverlust von 51 Millionen Franken. Die Patientenzahlen sanken – stationär wie ambulant.

, 13. Februar 2025 um 17:41
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Im Inselspital Bern, Eingang zum Bettenhochhaus  |  Bild: PD
Die Insel Gruppe konnte im zweiten Halbjahr 2024 ihre finanzielle Situation im Bereich Spitalbetrieb verbessern: Nach einem Verlust von 71 Millionen Franken im ersten Semester erreichte der Berner Spitalkonzern im Halbjahr einen Gewinn von 20 Millionen.
Am Ende ergab sich also ein Jahresverlust im Spitalbetrieb von 51 Millionen Franken. Dies war ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als ein Minus von 120 Millionen Franken resultierte. Die Ebitdar-Marge verbesserte sich auf 3,9 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent). Dies meldet die Insel Gruppe in einer Ad-hoc-Mitteilung.
Allerdings: Die Rede ist vom reinen Spitalbetrieb der Insel Gruppe; das konsolidierte Konzernergebnis wird Mitte März veröffentlicht.

Weniger Patienten

Auf der anderen Seite sank die Zahl der Patienten sowohl stationär als auch ambulant. Insgesamt betreuten die Insel-Spitäler letztes Jahr gut 54'000 Fälle, was einem Rückgang von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unter Berücksichtigung der 2023 geschlossenen Spitäler Münsingen und Tiefenau ergibt sich auf vergleichbarer Basis jedoch ein Anstieg um 2,4 Prozent.
Die ambulanten Konsultationen gingen um 5,2 Prozent auf 852'000 zurück; hier war unter Ausschluss der geschlossenen Standorte ein Rückgang von 0,6 Prozent zu verzeichnen.
«Die getroffenen Massnahmen zeigen Wirkung», kommentierte Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver die Zahlen: «Unser Ziel bleibt, bis 2026 wieder schwarze Zahlen zu schreiben.» Pulver hob zudem das Engagement der Mitarbeitenden hervor und betonte die Bedeutung eines gestärkten Vertrauensverhältnisses zu Personal, Patienten und der Öffentlichkeit.
Der Spitälbetrieb bildet ganz klar den Löwenanteil der Insel-Gruppe-Tätigkeiten. Die anderen Bereiche trugen im letzten Jahr sogar gut 7 Millionen Franken Gewinn bei, sie federten also den Konzernverlust leicht ab. Gut möglich also, dass Verwaltungsratspräsident Pulver im März einen Gesamtverlust unter 50 Millionen Franken verkünden kann beziehungsweise muss.
Zur Gruppe gehört neben dem Universitätsspital in Bern, dem Spital Aarberg und dem Spital Riggisberg noch das Spital und Altersheim Belp sowie das Reha-Zentrum Heiligenschwendi.
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