Seit der Schliessung der Notfallstation des ehemaligen Spitals Appenzell im Sommer 2021 basiert die entsprechende Versorgung in Appenzell Innerrhoden auf mehreren Säulen: den Hausärztinnen und Hausärzten im Rahmen der Praxisöffnungszeiten, dem kantonalen Notfalltelefon in Kooperation mit Medgate, dem kantonalen Rettungsdienst und den Notfallstationen der regionalen Spitäler.
Bisher fehlte jedoch eine vor Ort betreute Anlaufstelle, wenn Hausarztpraxen geschlossen sind. Diese Lücke soll die Telemedizinische Notfallpraxis – kurz Meas – nun schliessen. Sie soll gleichzeitig zur Entlastung der Notfallstationen in der Region beitragen, wie in einer gemeinsamen Medienmitteilung des GZAI und Medgate erklärt wird.
Betreuung vor Ort und per Video
Die Telemedizinische Notfallpraxis befindet sich auf dem Gelände des Kantonalen Gesundheitszentrums Appenzell. Vor Ort wird sie von Gesundheitsfachpersonen mit Erfahrung in Notfallpflege, Intensivpflege und Rettungsdienst betreut. Ein Arzt oder eine Ärztin, die in der Meas Dienst haben, wird per Video aus der Medgate-Zentrale in Allschwil zugeschaltet.
«Diese «Diese Kombination aus Telemedizin und Versorgung vor Ort durch Gesundheitsfachpersonen ist neuartig und zukunftsweisend», sagt Cédric Berset, der Marketingchef von Medgate.
Das Modell sei auch eine mögliche Antwort auf den wachsenden Ärztemangel. Markus Schmidli, GL-Mitglied des Kantonalen Gesundheitszentrums Appenzell, fügt hinzu: «Die Telemedizinische Notfallpraxis Meas ist einzigartig und bisher in der Schweiz ohne Vergleich.» Die Konzept- und Planungsphasen seien entsprechend herausfordernd gewesen, heisst es in der Mitteilung.
Nach Prüfung durch das Innerrhoder Gesundheits- und Sozialdepartement wurde der Meas eine Bewilligung erteilt. Ab dem 8. Dezember 2024 steht die Praxis der Bevölkerung von Appenzell sowie Gästen und Besuchern bei medizinischen Notfällen nachts, an Wochenenden und Feiertagen offen.