Damit Personen mit geringfügigen medizinischen Anliegen den Spitalnotfall nicht zusätzlich belasten, diskutiert die Politik die Einführung einer Gebühr von 50 Franken für Bagatellfälle. Wie stark eine solche Massnahme tatsächlich zur Entlastung der Notfallstationen beitragen würde, ist umstritten.
Klar scheint jedoch zu sein, dass zumindest bei Kindern eine andere Massnahme greift, um den Notfall zu entlasten: das telemedizinische Angebot Kids Line.
Das Telemedizin-Angebot für Kinder wurde ursprünglich vom Kinderspital Zürich gegründet und wird seit 2021 unter dem Namen Kids Line von Medgate betrieben. Eine wissenschaftliche Studie, die Medgate zusammen mit dem Universitäts-Kinderspital Zürich sowie mit Unterstützung des Universitäts-Kinderspitals beider Basel und der Kantonsspitäler Luzern, Aarau, Baden und Winterthur durchführte, kommt zu folgenden Ergebnissen:
- Über zwei Drittel der anrufenden Eltern wären ohne Kids Line direkt auf eine Notfallstation gegangen.
- Mehr als die Hälfte dieser Eltern verzichtete nach der telefonischen Beratung auf den Spitalbesuch.
- Über 80 Prozent folgten der Einschätzung der Fachpersonen, wenn eine telemedizinische Behandlung ausreichte oder ein Notfallbesuch tatsächlich notwendig war.
- Die Analyse der Triage-Qualität zeigt: In 90 Prozent der Fälle deckt sich die Einschätzung der Kids Line mit jener des Spitalpersonals.
Zurück zur Gebühr für Bagatellfälle in Notfallstationen.
«Bagatellgebühr ist keine Bagatelle mehr», schrieb Medinside am 19. November 2025. Nicht nur bei Bagatellfällen, sondern insgesamt sollen die Kantone die Möglichkeit erhalten, beim Aufsuchen einer Notfallstation ohne Überweisung eine Gebühr zu erheben. Der Nationalrat wird in der kommenden Wintersession darüber beraten.