Die Schweiz im Zentrum des europäischen Organaustauschs

Seit zehn Jahren erleichtert die Foedus-Plattform Transplantationen in Europa. Letztes Jahr erhielten hierzulande 15 Kinder ein Organ von einem verstorbenen Spender, sechs davon dank Spenden aus dem Ausland.

, 11. März 2025 um 07:18
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Bild: Screenshot, Swisstransplant
Europäische Organ-Austauschplattform Foedus feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Mit ihren 25 Mitgliedstaaten ist sie heute die weltweit grösste und wichtigste Plattform, die sich dem grenzüberschreitenden Organaustausch widmet.
Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten vier Jahren hat sich die Anzahl der Organangebote über die Foedus-Plattform von 271 auf 559 fast verdoppelt. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der tatsächlich ausgetauschten Organe deutlich an. Ein grenzüberschreitender Organaustausch ist jedoch nur unter strengen Bedingungen möglich: Er kann nur durchgeführt werden, wenn im Land des Spenders kein passender Empfänger auf der Warteliste steht.
In den letzten vier Jahren, von 2021 bis 2024, wurde die FOEDUS-Plattform von Franz Immer, dem Direktor von Swisstransplant, geleitet. Auch die Schweizer Organisation profitiert von dem durch Foedus erleichterten Austausch. «Im Jahr 2024 stammte jede zehnte Organspende für einen Patienten in der Schweiz aus dem FOEDUS-Raum: Von den insgesamt 522 Personen, die in der Schweiz Organspenden von Verstorbenen erhalten haben, stammten 52 Spenden aus europäischen Partnerländern», teilt Swisstransplant mit.
Hierzulande erhielten letztes Jahr 15 Kinder ein Organ von einem verstorbenen Spender, sechs davon dank Spenden aus dem Ausland.
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Grafik: Swisstransplant

  • Organspenden: Positiver Trend, aber weiterhin grosser Bedarf.

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