Der SBK und seine Partner gründen «Alliance care»

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner sowie mehrere Partnerorganisationen aus dem Pflegebereich haben sich zur Dachorganisation «Alliance care» vereint.

, 19. Juni 2025 um 06:35
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Der Vorstand der Alliance care: Sophie Ley, Präsidentin (oben). Von links nach rechts: Carmen Catalioto Cuche, Renate Rutishauser, Brigitte Garessus und Barbara Dätwyler Weber, Vertreterinnen des SBK, sowie Gérard Villarejo, Vertreter von Curacasa, und Roland Vonmoos, Vertreter der SIGA-FSIA | Bilder: PD
Die Pflege formiert sich neu: Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) hat sich Anfang des Jahres auf einen tiefgreifenden Wandel verständigt.
Anstelle seiner bisherigen 13 Sektionen soll künftig eine einheitliche Struktur eingeführt werden. Mit dem Projekt «Futuro» wurden die Weichen für eine effizientere Organisation gestellt – und nun ist der nächste Schritt erfolgt:
An der Delegiertenversammlung vom 18. Juni wurde die Dachorganisation «Alliance care» gegründet. Sie vereint den SBK mit weiteren Partnerverbänden und schafft damit eine gemeinsame Stimme für die Pflege in der Schweiz.

Öffnung für neue Mitglieder

Die Sektionen des SBK, die derzeit als unabhängige Verbände organisiert sind, werden somit aufgelöst oder in diese neue nationale Einheit integriert. «Alliance care» wird sowohl eine institutionelle Mitgliedschaft als auch eine individuelle Mitgliedschaft für Berufsleute im Pflegebereich anbieten. Fachangestellte Gesundheit EFZ und EBA und andere Akteure im Pflegebereich werden ebenfalls von diesem Verbandsrahmen profitieren können.
  • Umbruch beim Pflegeverband: SBK plant nationale Dachorganisation
Die Reorganisation sieht auch eine Bündelung von zentralen und kantonalen Aufgaben vor, insbesondere in den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Informatik, Kommunikation, Marketing und Dienstleistungen.
In jedem Kanton gibt es Verantwortliche, die die Interessen der Mitglieder vertreten und ihre Vernetzung fördern. Diese Vertreter werden ihrerseits mit regionalen Zentren verbunden sein.

«Sprecherin des Pflegesektors»

Die Handlungsfelder des neuen Verbandes liegen auf der Linie der Arbeit des SBK: Personalaufbau, Qualität der Pflege, ausreichende Finanzierung und so weiter. Darüber hinaus möchte sich der Verband als politischer Akteur positionieren und an Entscheidungsprozessen teilnehmen, die sich auf das Gesundheitssystem auswirken.
Neben der Unterstützung der bereits tätigen Pflegefachpersonen will die «Alliance care» auch dazu beitragen, die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern, indem sie sich für eine qualitativ hochstehende Aus- und Weiterbildung einsetzt. Auch hier will die Organisation eine Rolle spielen, indem sie ihre Mitgliedsverbände bei der Umsetzung ihrer Ziele unterstützt.
«Als Dachverband Pflege schaffen wir stabile Strukturen für eine hohe Qualität und Verfügbarkeit von Pflege auf allen Stufen», heisst es auf der offiziellen Website der «Alliance care» und weiter: «Als die Stimme der Pflege ebnen wir heute den Weg von morgen und schaffen schweizweit Zugang für alle – politisch sichtbar, professionell gestärkt sowie gemeinschaftlich vernetzt.»
Anfang des Jahres hatte der SBK mitgeteilt, dass die neue Organisation Anfang 2026 in Kraft trete.
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