Pflegeinitiative: Kommission drückt aufs Tempo

Mit nur einer Stimme Mehrheit spricht sich die nationalrätliche Gesundheitskommission für eine attraktivere Passerelle von HF zu FH aus.

, 13. Oktober 2025 um 10:12
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Berner Bildungszentrum Pflege. | PD
Die Durchlässigkeit zwischen den höheren Fachschulen (HF) und den Fachhochschulen (FH) soll verbessert werden. Das hat die nationalrätliche Gesundheitskommission (SGK-N) im Rahmen zur Umsetzung der Pflegeinitiative beschlossen.
Zwar ist es bereits heute möglich, dass Absolventinnen und Absolventen einer HF-Ausbildung in einen verkürzten Bachelorstudiengang einsteigen – ihnen werden in der Regel 90 ECTS-Kreditpunkte angerechnet. Zusätzlich besteht die Option, über eine individuelle Kompetenzprüfung bis zu 30 weitere ECTS-Punkte zu erwerben.
Die Kommission ist jedoch der Ansicht, dass im Rahmen der Passerelle noch mehr ECTS-Kreditpunkte anerkannt werden sollten. Ziel ist es, die Pflegeberufe attraktiver zu machen und die Weiterentwicklung der Fachkräfte zu fördern.

Was spricht dagegen?

Allerdings ist der Entscheid in der Kommission mit 13 zu 12 Stimmen äusserst knapp ausgefallen. Was spricht dagegen?
Die Eckwerte für die Hochschulweiterbildung liegen eigentlich in der Zuständigkeit von Swissuniversities, der Dachorganisation der Schweizer Hochschulen. Diese arbeitet derzeit an einem Bericht zur besseren Durchlässigkeit zwischen HF und FH, der Ende 2026 vorliegen soll.
Ein Teil der Kommissionsmitglieder plädiert dafür, diesen Bericht abzuwarten, bevor weitere Schritte unternommen werden. Die knappe Mehrheit hingegen möchte nicht länger warten und Druck erzeugen.

Im Grundsatz unumstritten

Wie Kommissionspräsidentin Barbara Gysi ergänzt, sei der Entscheid auch deshalb knapp ausgefallen, weil die Mehrheitslösung konkrete ECTS-Punkte in der Formulierung aufführt und die knapp unterlegene Minderheit eine offenere Formulierung der Passerelle im Gesetz wollte. Im Grundsatz, so die St. Galler SP-Nationalrätin, sei die Vorlage nicht umstritten.
Die Vorlage wird frühestens in der Wintersession, voraussichtlich aber erst in der Frühjahrssession 2026 im Nationalrat behandelt. Anschliessend geht sie an den Ständerat.
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