Zürcher Spitalpersonal fordert vollen Teuerungsausgleich

Zürcher Spitalangestellte protestieren gegen den gekürzten Teuerungsausgleich – im Gegensatz zum übrigen Staatspersonal erhalten sie keine oder nur reduzierte Zulagen.

, 8. Juli 2025 um 08:25
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2025 soll das Personal am USZ nur 0,5 statt 1,1 Prozent Teuerungsausgleich erhalten. Bild: USZ
Das Personal der vier kantonalen Spitäler im Kanton Zürich soll künftig wieder den vollen Teuerungsausgleich erhalten. Vier politische Fraktionen – AL, SP, Grüne und EVP – haben dazu parlamentarische Initiativen eingereicht.
Hintergrund ist die seit Jahren ausbleibende oder gekürzte Teuerungszulage für Angestellte des Universitätsspitals Zürich, des Kantonsspitals Winterthur, der Psychiatrischen Universitätsklinik und der Integrierten Psychiatrie Winterthur.
Während das restliche kantonale Personal die volle Teuerung erhält, geht das Spitalpersonal leer oder mit deutlich weniger aus – 2025 sollen es am USZ nur 0,5 statt 1,1 Prozent sein, an den anderen Spitälern gar nichts.
Mit der Umwandlung der Spitäler in selbständige Anstalten wurde 2022 die Möglichkeit geschaffen, von den kantonalen Anstellungsbedingungen abzuweichen. Begründet wurde dies mit mehr Flexibilität im Arbeitsmarkt – genutzt wurde sie jedoch zu Ungunsten des Personals. Die Spitalleitungen kürzten die Teuerungszulage nun im dritten Jahr in Folge.

Protest

Dagegen protestieren rund 2’400 Angestellte mit Unterstützung der Gewerkschaft VPOD Zürich und Berufsverbänden wie dem SBK, Physioswiss und dem Hebammenverband. Der Slogan: «Ganzer Teuerungsausgleich für ganze Arbeit!»
«Gerade im Gesundheitswesen erstaunt es, dass auf eine faire Lohnentwicklung verzichtet wird», sagt SP-Kantonsrätin Renata Grünenfelder. Für Gianna Berger (AL) ist klar: «Spitäler sparen quer durch alle Berufsgruppen – mit Folgen für Löhne, Versorgung und Wertschätzung.»
  • Lohnerhöhungen? Die Luft ist dünn im Gesundheitswesen. Die Gehälter in der Branche dürften in den nächsten Monaten stagnieren – und sich damit unterduchschnittlich entwickeln.

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