Zürich: Regionalspitäler schmieden weiter an Allianz

Drei Häuser wollen enger kooperieren: Die Spitäler Männedorf, Uster und Zollikerberg sprechen bereits über gemeinsame Tochterfirmen und gebündelte IT. Das angeschlagene Spital Wetzikon ist aussen vor.

, 22. Juli 2025 um 09:54
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Spitäler im Umfeld des GZO-Spitals Wetzikon  |  Google Earth, bearb. Medinside.
Dass die Spitäler im Umfeld von Zürich nach gemeinsamen Synergien suchen, ist bekannt. Soeben erst meldete das Spital Männedorf, dass es mit der Hirslanden-Klinik neue Angebote entwickeln will. Und ein besonderer Meilenstein war, dass die Häuser in Männedorf und Uster jüngst beschlossen, eine gemeinsame Frauenklinik unter einheitlicher Leitung zu bilden; dabei könnte Spital Zollikerberg später ebenfalls eingebunden werden.
Die Präsidentin des Spitals Männedorf, Beatrix Frey-Eigenmann, nahm nun im «Regionaljournal» von Radio SRF Stellung zu den Kooperationsplänen: Männedorf, Uster und Zollikerberg seien momentan daran, weitere Synergien zu suchen – «namentlich im Servicebereich, beim Klinik-Informationssystem oder bei den Finanzen».
In den kommenden Wochen stünden Gespräche an, um eine engere Verbindung zu prüfen: «Ob wir das dann in Form von gemeinsamen Tochtergesellschaften machen oder ob sich auch die Muttergesellschaften in einen Verbund einbringen, das wird man sehen.» Aber gewiss werde eine institutionelle Verknüpfung angedacht – «sei das auf der Basis von einzelnen Kliniken oder sei das weitergehend.»

Tipp: Spannende Spezialität für Wetzikon

Der SRF-Radiobeitrag dreht sich insbesondere um die Frage, was dies für das Spital Wetzikon bedeutet. Schliesslich ist für viele Gesundheitsexperten wie -politiker klar, dass das angeschlagene GZO-Spital nur in einem Verbund überleben kann; entsprechende Ideen werden auch immer wieder vorgebracht.
Doch in den Konzepten des Trios Männedorf–Uster–Zollikerberg steht Wetzikon momentan aussen vor. Die «gesunden» Spitäler wollen unter sich bleiben: «Wenn Wetzikon seine finanziellen Probleme gelöst hat, kann es ebenfalls an den Tisch kommen und die Ideen weiterspinnen», so Beatrix Frey-Eigenmann.
Dass die anderen Spitäler jetzt schon Verbundgespräche führten, müsse für Wetzikon kein Nachteil sein, befindet der Luzerner Gesundheits-Professor Armin Gemperli. Eine Aufnahme wäre später möglich – entscheidend sei, was die GZO AG in den Verbund einbringen könne. «Bedingung wird sein, dass Wetzikon etwas bieten kann, was für die anderen Spitäler attraktiv ist», so Gemperli gegenüber Radio SRF. Sein Tipp: Fokussierung und Spezialisierung auf Fachgebiete, die für die anderen Spitäler interessant sind.

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