Freiburger Spital: Gewerkschaften prangern Überlastung an

Grippe, Unfälle, Einsparungen: Der VPOD Freiburg moniert, dass ein öffentliches Spital fähig sein sollte, den Winter ohne eine «organisatorische Krise» zu bewältigen.

, 23. Januar 2026 um 13:12
image
Mobilisierung der Freiburger Gewerkschaften gegen das kantonale Sparprogramm, Juni 2025 | Bild: SSP Freiburg, PD
Der VPOD Freiburg warnt, dass die Lage im Freiburger Spital (HFR) «in einigen Abteilungen unhaltbar» werde. Laut der Mitteilung der Gewerkschaft sei die Arbeitsbelastung, die bereits übers ganze Jahr über ist, in dieser Winterperiode umso kritischer. Wenn das Personal nun zu Solidarität aufgerufen werde, erzeuge dies nur Schuldgefühle, so der VPOD: «Wie weit wird das Seil noch gespannt?»
Während die saisonale Grippe und Skiunfälle die Notaufnahmen belasten, betont der VPOD vor allem auf die Folgen der von der Kantonsregierung verhängten Sparmassnahmen. Der Abbau bei Betten wie beim Personal habe zu einer strukturellen Unterbesetzung am HFR geführt. Gleichzeitig verschärften andere Sparmassnahmen die Arbeitsbelastung; so die dreimonatige Karenzzeit bei offenen Stellen oder die Schliessung der Medizin am Standort Riaz.
«Ein öffentliches Krankenhaus sollte in der Lage sein, intensive Zeiten wie den Winter zu bewältigen, ohne dass dies zu einer organisatorischen Krise führt.» - SSP Freiburg
Dennoch: «Ein öffentliches Krankenhaus sollte in der Lage sein, arbeitsreiche Zeiten wie den Winter zu bewältigen, ohne dass dies zu einer organisatorischen Krise führt", betont die Gewerkschaft.

Aufgeschobene Operationen und begrenzte Lösungen

Um den Patientenansturm zu regulieren, musste die Freiburger Kantonsspital-Gruppe in den letzten Wochen mehrere elektive Eingriffe verschieben. Das HFR nahm temporär weitere Betten in Betrieb und verbrachte Patienten der Inneren Medizin in Abteilungen für Chirurgie und Orthopädie. Auch wurde zusätzliches Personal mobilisiert – doch die Lage blieb angespannt. Verlegungen in andere Kantone scheinen undenkbar, da auch die umliegenden Spitäler überlastet sind.
Die Gewerkschaft fordert nun zusätzliche Mittel und einen Stopp des Einfrierens bei den gemeinwirtschaftlichen Leistungen, wie dies im Sanierungsprogramm der Kantonsregierung geplant ist.
  • hfr
  • freiburger spital
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Mehr Betten für ältere Patienten: HFR hat «Winter-Dispositiv»

Das Freiburger Spital bereitet sich auf die Wintermonate vor und kann nun mehr geriatrische Patienten behandeln.

image

Freiburger Spital: Gewalttätiger Patient verurteilt

Gewalt, Beleidigungen und rassistisches Verhalten gegenüber dem Personal des HFR haben einem Patienten eine Verurteilung eingebracht.

image

Streik am HFR: «Die Aufnahmekapazität bleibt voll erhalten»

Die Proteste gegen den Sparplan der Kantonsregierung erreichen nun das Freiburger Spital: Am Mittwoch legen die Angestellten ihre Arbeit nieder.

image

Spital Morges holt Chefarzt vom Freiburger Spital

Thomas Schmutz wechselt als Chefarzt der Notfallstation zum Ensemble hospitalier de la Côte.

image

Arztfehler in Freiburg gehen künftig direkt an ein Zivilgericht

Öffentliche Spitäler im Kanton Freiburg dürfen nicht mehr gleichzeitig Richter und Partei sein, wenn sie über Behandlungsfehler entscheiden.

image

Freiburger Spital wird von ehemaligem Chefarzt angeklagt

Ein ehemaliger Chefarzt fordert vom Freiburger Kantonsspital mehr als 800'000 Franken. Weil er nicht bis 67-jährig arbeiten durfte.

Vom gleichen Autor

image

Das Wallis hat seine erste Kantonspflegefachfrau

Emmanuelle Kerwien-Jacquier ist die erste kantonale Pflegefachperson des Wallis. Auch andere Kantone wollen eine solche Stelle einrichten.

image

Spital Wallis: Neuer Chefarzt für die Chirurgie

Ian Fournier, seit 2018 am Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis tätig, wird Chefarzt der allgemeinen Chirurgie.

image

Centre Hospitalier du Valais Romand: Neuer Direktor

Gianni Saitta wechselt vom Kanton Waadt ins Spital Wallis. Er tritt im Mai 2026 die Nachfolge von Chrystel Carrupt an.