Unsicherheiten beim Spital Zofingen

Im Bezirk und bei den Angestellten fürchtet man um die Zukunft des KSA-Regionalspitals.

, 21. Juli 2024 um 22:39
image
Bild: PD
Angestellte des Spitals Zofingen haben sich an die Stadt und an Politiker der Region gewandt – und dabei die Befürchtung geäussert, dass das Regionalspital geschlossen wird. Zofingens Stadtpräsidentin Christiane Guyer bestätigte dies gegenüber der «Aargauer Zeitung» wie auch gegenüber Radio SRF.
Das befürchtete Szenario: Die KSA-Gruppe – zu der das Spital in Zofingen seit 2011 gehört – will den defizitären Ableger ausbluten lassen.
Woher der Verdacht? Im Mail der Angestellten werden Zitate von KSA-Präsident Daniel Lüscher kolportiert wie: «in Zofingen investieren wir keinen Rappen mehr». Obendrein deutet man es in der Region als schlechtes Zeichen, dass das Kantonsspital Aarau im Neubau einen weiteren Bettenstock ausbauen will. Zudem liegt auch die vor zwei Jahren angekündigte Sanierung des OP-Bereichs derzeit auf Eis.

Strategiekaskade

Beunruhigend ist schliesslich, dass aus der Zentrale in Aarau keine Strategie kommuniziert wird. Dies allerdings hat einen höherliegenden Grund: Erst muss die Kantonsregierung eine Eigentümerstrategie beschliessen – und dies geschieht erst in den nächsten zwei Monaten.
Aber logischerweise kann der KSA-Verwaltungsrat erst in einer späteren Stufe seine Unternehmensstrategie festlegen.
«Die Investitionsentscheide hängen mit dem laufenden Strategiefindungsprozess zusammen, weshalb sie teilweise sistiert wurden», so KSA-Sprecherin Isabelle Barton gegenüber der AZ.
Schliessungspläne fürs Spital Zofingen gebe es nicht; und es gebe auch keine Pläne, aus dem Spital ein ambulantes Zentrum zu machen.
  • KSA: Spital Zofingen sucht neue Standortleiterin. Ariella Jucker verlässt das Spital Zofingen Anfang 2025. Sie wechselt zur Thurmed Gruppe.
  • KSA plant Radiologiezentrum in Lenzburg. Das neue Angebot wird nächstes Jahr eröffnet – mit zwei MRT-Scannern, einem CT-Scanner, einer Röntgenanlage, einem Ultraschall- und einem Mammographiegerät.
  • Solothurner Spitäler: Senior Consultant für die Radiologie. Urspeter Knecht wechselt vom Spital Zofingen zur SoH-Gruppe – in einem Teilzeit-Pensum.

  • KSA
  • Spital Zofingen
  • spital
  • Spitalkrise
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Ein weiteres Schweizer Spital in Nachlassstundung

Das Regionalgericht Maloja gewährt der Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin einen Zahlungsaufschub. Damit ist der Winterbetrieb des Spitals in Samedan gesichert – und die Verantwortlichen können den Sanierungsplan angehen.

image

Neuenburg: Muss das Spital in La Chaux-de-Fonds jetzt doch schliessen?

Vor einigen Jahren beschlossen die Bürger, dass der Kanton Neuchâtel zwei Spitäler betreiben soll – nicht nur eines. Jetzt beginnt die Debatte erneut.

image

KSA: Neuer Leitender Arzt in der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie

Riccardo Schweizer wird Leitender Arzt in der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am Kantonsspital Aarau – mit Schwerpunkt auf rekonstruktiver Brust- und Lymphchirurgie.

image

GZO Spital Wetzikon: «Wir können es machen. Es wird einfach ein bisschen enger»

Fast alle Trägergemeinden sagen klar Ja zu einem Rettungs-Beitrag für das notleidende Regionalspital in Wetzikon. Doch es gibt eine Ausnahme. Was bedeutet das?

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

Spitäler halbieren Verlust – aber zwei Drittel bleiben im Minus

2024 reduzierten die Schweizer Spitäler ihren Verlust – nach 777 Millionen Franken im Vorjahr waren es nun 347 Millionen. Aber immer noch schreiben fast zwei Drittel der öffentlichen Kliniken rote Zahlen. Die Zahl der Ärzte stieg stärker als jene des Pflegepersonals.

Vom gleichen Autor

image

Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.

image

Umbau beim SIWF – doch die Wartezeiten bleiben lang

Das Weiterbildungs-Institut trennt sich nun auch von Geschäftsführer Jörg Gröbli. Trotz mehr Personal und IT-Unterstützung beträgt die Bearbeitungsdauer für Facharzttitel beim SIWF weiterhin rund zwölf Monate.

image

Pflegeinitiative: Widerstand im Parlament – SBK empört

Die Gesundheitskommission des Nationalrats tritt bei der Umsetzung der Pflegeinitiative auf die Bremse. Höchstarbeitszeit, Normalarbeitszeit und Lohnzuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit sollen weitgehend unverändert bleiben