Swiss Medical Network: Hohe Gewinn-Marge im ersten Halbjahr

Die Gesundheitsgruppe erzielte ein zweistelliges Umsatzwachstum: Das organische Plus blieb zwar moderat, aber die Zukäufe trugen erheblich zum Ergebnis bei.

, 1. September 2025 um 12:41
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Clinique de Genolier, Clinica Sant'Anna, Privatklinik Bethanien, Clinique de Valère (im Uhrzeigersinn) | Bilder: PD
Es kommt nicht unerwartet: Swiss Medical Network steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr um gut 20 Prozent auf 501 Millionen Franken. Das entspricht in etwa dem Wachstum, das bereits nach dem ersten Quartal vermeldet worden war. Der deutliche Anstieg erklärt sich zudem primär mit den letztes Jahr vermeldeten Übernahmen des Spitals Zofingen und der CentroMedico-Gruppe im Tessin.
Das organische Wachstum selber lag bei 1,1 Prozent, wie die börsenkotierte Muttergesellschaft Aevis Victoria mitteilt.
Der Betriebsgewinn (Ebitdar*) soll im ersten Halbjahr zwischen 77 und 80 Millionen Franken gelegen haben, was gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 eine Steigerung darstelle, so das Communiqué (im Vorjahr hatte Aevis Victoria die Zahl nicht veröffentlicht).
Damit wäre die Ebitdar-Marge über 18 Prozent – und dies, wie das Management betont, obschon die neuen Tochtergesellschaften noch nicht sehr effizient integriert sind.
Im gesamten Geschäftsjahr 2024 hatte die Privatspital- und Gesundheitsgruppe Swiss Medical Network einen Bruttoumsatz von 812 Millionen Franken erzielt; gegenüber 2023 war dies ein Anstieg um 5,6 Prozent. Der Ebitdar* belief sich auf 114 Millionen Franken, was einer Marge von 16,6 Prozent entsprach.
Bereits im Mai dieses Jahres hatte SMN angekündigt, dass man ein Jahreswachstum von über 20 Prozent erwarte. Erwähnt wurde aber auch, dass man beim «Stammhaus» Clinique de Genolier (+8,4 Prozent) deutlich höhere Einnahmen erzielte – ebenso wie bei der Klinik Bethanien in Zürich und der Clinica Sant'Anna im Tessin.
* Den Ebitda veröffentlicht Swiss Medical Network nicht. Im Gegensatz zum Ebitda zeigt der Ebitdar nicht den Gewinn alleine vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, sondern zudem noch vor Abzug der Mietkosten.
Ein Aspekt dabei ist, dass die öffentlichen Spitäler zumeist keine oder wenig Mietkosten haben (dafür höhere Amortisationskosten); dies weil die Immobilien im Besitz der Unternehmen sind.

  • Swiss Medical Network geht Allianz mit Mayo Clinic ein. Als erste Institution in Europa tritt die Schweizer Klinikgruppe dem Mayo Clinic Care Network bei – und eröffnet sich so Zugänge zum Knowhow des US-Konzerns.

Swiss Medical Network

Die private Klinik- und Gesundheitsversorgungsgruppe Swiss Medical Network betreibt 21 Kliniken in 15 Kantonen und verfügt über rund 1'500 Spitalbetten. Sie beschäftigt rund 4'100 Personen und zählt 2'300 Ärzte zu ihrem Netzwerk. Rund 60 medizinische Zentren sowie über 20 Augenkliniken, die unter dem Namen Swiss Visio zusammengefasst sind, gehören ebenfalls zum Swiss Medical Network. Die Gruppe gehört zu 80 Prozent dem börsennotierten Freiburger Unternehmen Aevis Victoria, das auch Luxushotels wie das Victoria-Jungfrau in Interlaken und das Bellevue Palace in Bern betreibt.

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